Rechenscheibe Windstärken

Von in allgemein, geografie, nautik

Der moder­ne Nau­ti­ker bedient sich heut­zu­ta­ge digi­ta­ler See­kar­ten, die Wind­ge­schwin­dig­keit wird vom Dis­play abge­le­sen, Sicher­heits­nach­rich­ten ste­hen am Nav­tex bereit und eine App am Smart­pho­ne zeich­net voll­au­to­ma­tisch Meta­da­ten für das Log­buch auf. Die Digi­ta­li­sie­rung hat viel Tra­di­ti­on ver­drängt, was sich beson­ders im Ver­ständ­nis für nau­ti­sche Zusam­men­hän­ge nega­tiv aus­wirkt. Ein Com­pu­ter­bild­schirm ver­mit­telt Glaub­wür­dig­keit, die in der Pra­xis nicht immer jeder Prü­fung stand­hält, Stich­wort inof­fi­zi­el­le See­kar­ten. Eine Zahl auf einem Dis­play wird kri­tik­los akzep­tiert, ohne sie mit visu­el­len Infor­ma­tio­nen gegen­zu­prü­fen.

Aristo Rechenschieber Nr. 868

Mit einem ein­fa­chen Rechen­schie­ber kön­nen in der Navi­ga­ti­on blitz­schnell Berech­nun­gen durch­ge­führt wer­den
(Roger McLas­sus, Wiki­pe­dia, CC BY-​SA 3.0)

Sel­ber der prak­ti­schen Elek­tro­nik ver­fal­len habe ich ver­sucht, tech­nisch einen Schritt zurück zu wagen und begon­nen, mich mit Rechen­schie­bern zu beschäf­ti­gen. Dabei war ich ver­blüfft, wie sehr die­se völ­lig aus der Mode gekom­me­nen Rechen­ge­rä­te gera­de in der Nau­tik und Navi­ga­ti­on für die sich stän­dig wie­der­ho­len­den Schluss- und Ver­hält­nis­be­rech­nun­gen von Nut­zen sein kön­nen und mit etwas Übung lässt man damit jeden Taschen­rech­ner alt aus­se­hen.

Selbstgemachte Rechenscheibe für die Umrechnung von Windstärken

Selbst­ge­mach­te Rechen­schei­be für die Umrech­nung von Wind­stär­ken

Bei der Suche nach wei­te­ren prak­ti­schen Rechen­schie­bern war ich bei der The­ma­tik “Umrech­nung von Wind­stär­ken” erfolg­los und so habe ich mir kur­zer­hand sel­ber einen gebas­telt. Weil ein Rechen­schie­ber hohe Prä­zi­si­on in der Ver­ar­bei­tung erfor­dert, habe ich mich für eine Rechen­schei­be ent­schie­den. Dabei wer­den zwei Schei­ben mit einer Rund­kopf­klam­mer zusam­men­ge­hal­ten, wobei die unte­re Schei­be die Ska­la (oder wie hier Zah­len­wer­te) bereit­stellt und die obe­re als Scha­blo­ne dient. Wenn man bei­de Schei­ben auf ein etwas dicke­res Papier druckt und bei­de Blät­ter durch ein Lami­nier­ge­rät schickt, erhält man ein aus­ge­spro­chen sta­bi­les Ergeb­nis, das auch noch was­ser­fest ist. Dabei habe ich die “Fens­ter” der obe­ren Schei­be nach dem Lami­nie­ren gar nicht erst aus­ge­schnit­ten. Die Lami­nier­fo­lie ist aus­rei­chend durch­sich­tig (even­tu­ell Folie zwei Mal durch das Lami­nier­ge­rät lau­fen las­sen!) und hält die fili­gra­nen Abgren­zun­gen per­fekt zusam­men. Wer möch­te, kann die­se prak­ti­sche Rechen­schei­be nach­bas­teln. Ich stel­le hier gern die Vor­la­gen zum Down­load zur Ver­fü­gung:

Rechen­schei­be Wind­stär­ken Ska­la (PDF)
Rechen­schei­be Wind­stär­ken Deck­blatt (PDF)

Die­se Rechen­schei­be hat sich übri­gens auch zur Vor­be­rei­tung für diver­se Segel­schei­ne als prak­ti­ka­bel erwie­sen, denn sie hilft zum bes­se­ren visu­el­len Erfas­sen der Zusam­men­hän­ge ein­zel­ner Wer­te, als es eine ver­gleich­ba­re Tabel­le ver­mag. Ich habe die Far­ben der ein­zel­nen Wind­stär­ken an jene des Natio­na­len meteo­ro­lo­gi­schen und hydro­lo­gi­schen Dienst in Kroa­ti­en, “Ala­din” ange­lehnt.