Bindebögen bei Volten - MuseScore

Von in allgemein

Wer mit MuseScore arbeitet, wird früher oder später auf ein Problem mit Bindebögen bei Wiederholungen stoßen. Solange man sich der Software nur für den Notensatz bedient, kann man Bindebögen überall problemlos manuell einfügen. Wenn MuseScore die Noten aber auch abspielen soll, stößt man an die Grenzen der Software. Man kann Bindebögen zwar generell in die Wiederholungen hinein setzen, der akustische Output entspricht dann aber nicht dem Notenbild: MuseScore summiert die gebundenen Noten über alle Wiederholungen auf und hält sie damit in der Wiedergabe zu lange aus. Bindebögen bei Volten sind (derzeit) in MuseScore nicht umgesetzt und man kann sich nur mit einem Workaround weiterhelfen. Ich zeige hier, wie man mit ein paar Tricks das Problem löst.

Notenbeispiel 1

Notenbeispiel 1 (Klick zum Vergrößern)

Notenbeispiel 1 zeigt die Ausgangssituation: Es ist offensichtlich, dass in der zweiten Volta das C nicht erneut angeschlagen werden soll. Für den Notensatz würde man nun einfach einen Haltebogen einfügen und ihn in der zweiten Wiederholung links vom C ausrichten (siehe Notenbeispiel 2).

Notenbeispiel 2

Notenbeispiel 2

In der Wiedergabe würde MuseScore dieses C aber natürlich erneut anschlagen. Die Software kann nicht zwischen einem Halte- und einem Bindebogen unterscheiden. Daher müssen wir einen Mittelweg zwischen Notation und Wiedergabe finden. Die Lösung lautet: Versteckte Noten. Dabei geht man wie folgt vor:

Notenbeispiel 3

Notenbeispiel 3

Zuerst wird eine Vorschlagsnote mit der gleichen Tonhöhe und dem gleichen Notenwert der zu haltenden Note eingefügt: In unserem Fall ein C mit einer halben Note. Dann wird der Vorschlagsnote ein Haltebogen angehängt (der eventuell manuell hinzugefügte Bogen aus dem Notenbeispiel 2 muss vorher entfernt werden). Das Resultat sollte wie in Notenbeispiel 3 aussehen, die Vorschlagsnote ist blau markiert.
Nun wollen wir aber beim Export der Notation in z.B. ein PDF den Vorschlag natürlich nicht ausgedruckt haben. Darum verstecken wir die Note, und zwar folgendermaßen: Wir editieren die selektierte Vorschlagsnote und setzen sie im Inspektor auf unsichtbar (Häkchen bei "Sichtbar" entfernen), entfernen den Hals beim Akkord (Häkchen bei "Halslos" setzen) und nehmen sie von der Wiedergabe aus (Häkchen bei "Wiedergabe" entfernen).

Notenbeispiel 4

Notenbeispiel 4

Das Notenbild sollte nun wie im Notenbeispiel 4 aussehen: Die Vorschlagsnote hat keinen Hals und ist ausgegraut. Wenn man nun den Notensatz exportiert wird man feststellen, dass der Vorschlag nicht mehr zu sehen ist. Und in der Wiedergabe schlägt MuseScore das C in der zweiten Wiederholung auch nicht mehr erneut an.

Ein kleines Problem gibt es noch in der Verteilung der Noten innerhalb des Taktes. Das fällt dann auf, wenn nicht nur eine einzelne Note, sondern z.B. ein vielstimmiger Akkord gehalten werden soll. Beim Einfügen der einzelnen Vorschläge merkt man schnell, dass MuseScore nach links hin immer mehr Platz benötigt und den Takt immer weiter aufzieht, was daran liegt, dass die Vorschlagsnoten nicht direkt untereinander platziert, sondern nach links versetzt werden. Hier muss etwas mehr Hand angelegt werden: Die Vorschläge müssen einzeln selektiert und über den Inspektor möglichst nahe an die eigentliche Note horizontal verschoben werden. Dabei verkleinert sich aber auch der Haltebogen, der dann auch wieder editiert und nach links vergrößert werden muss. Letztendlich ändert das aber nichts am Platzverbrauch. Erst ein letzter Trick rückt den Akkord an den richtigen Platz: Dabei selektiert man irgendeine Note des Akkords und verringert im Inspektor den horizontalen Versatz des Akkords (nicht des Elements!) in einen negativen Bereich.

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