Zollmole Piran, fehlende Gummifender

Von in geografie, nautik, verkehr

Bei meinem letzten Segeltörn Ende August 2015 in der oberen Adria war ein Anlegen an der Zollmole in Piran (Slowenien) zum Aus- und Einklarieren erforderlich. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Arbeiten am Mauerwerk nun endlich abgeschlossen waren und man an der Zollmole wieder längsseits gehen kann. Die Freude verflog aber schnell wieder, als ich nach dem Festmachen die Lage der Fender überprüfte. Denn anstatt der befestigten diagonalen Gummi-Fender ragten dünne Schrauben in Richtung meiner Bordwand, die durch meine eigenen Schiffs-Fender auf nur wenige Zentimeter Distanz gehalten wurden.

UPDATE, 13.8.2016
Laut einer Aktualisierung der "888 Häfen & Buchten", 28. Auflage, von Karl-H. Beständig sollen die Befestigungsschrauben der Fenderplatten beseitigt worden sein und somit keine Gefahr mehr darstellen.

Die Befestigungsschrauben der Gummi-Fender sind offensichtlich zu klein dimensioniert gewählt und Schiffe, die entlang der Mole schrammen, reißen die Gummi-Fender aus der Halterung. Solange man seine eigenen Fender ordentlich auslegt und nicht mit Schwung an der Mole anlegt, sollte zwischen Schrauben und Bordwand ausreichend Abstand übrig bleiben. Gefährlich wird es, wenn mehrere Gummi-Fender nebeneinander fehlen, was bereits der Fall ist, oder ein Boots-Fender mit Druck direkt zwischen Bordwand und Schrauben zu liegen kommt, was er kaum überleben wird.

Fehlender Gummifender, Zollmole Piran

Fehlender Gummi-Fender, Zollmole Piran

Das Foto rechts soll die Situation besser beschreiben, auch wenn in der Eile kein gutes Bild gelingen wollte. Die Hafenmauer stand in grellstem Sonnenlicht und die Fender lagen im Schatten, meine Handy-Kamera war mit diesem Kontrast überfordert. Am oberen Bildrand ist die Bordwand mit einer Relingstütze, unten die Molenwand zu erahnen. Man blickt also im rechten Winkel auf das Wasser dazwischen. Rechts sieht man einen Boots-Fender und einen intakten Gummi-Fender, in der Bildmitte eine Fender-Halterung mit fehlendem Gummi-Fender. Bei dieser Aufnahme hat sich mein Boot gerade etwas von der Mole entfernt, der Fender auf der rechten Seite steht frei. Bei direktem Kontakt oder zusätzlichem Zusammendrücken des Fenders nähern sich die Schrauben beängstigend der Bordwand.

Diese Aufnahme offenbart aber noch etwas anderes Ärgerliches. Die Zollmole in Piran war seit jeher für eine gewisse Schräge bekannt. Die Mauer ist also nicht senkrecht abgefallen, sondern schräg ins Wasser verlaufen. Diesen Umstand hat man entweder aus dem Hafenführer entnommen oder vor Ort schon von weitem erkannt. Umsichtige Skipper haben dementsprechend die Fender sehr tief ausgebracht um sicherzustellen, dass das Unterwasserschiff nicht mit der Mole kollidiert. Bei der Renovierung des Kais wurde ein Großteil des Mauerwerks entfernt und neu gebaut, seitdem führt die Kante senkrecht ins Wasser. Das Bild zeigt nun, dass die Mauer unter Wasser nicht nur eine beachtliche Stufe hat, sondern nach wie vor schräg abfällt. Dabei gibt die Fotografie nur schlecht wieder, wie gefährlich nahe der Schiffsrumpf der Kaimauer kommen kann. Vermutlich wurden die diagonalen Gummi-Fender gerade aus diesem Grund montiert. Leider gilt aber auch hier: Gut gemeint ist nicht gut gemacht.

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