Doppelter Überhandknoten als Schotbefestigung

Von in nautik, schifferknoten

Immer auf der Suche nach dem bes­ten Kno­ten für die jewei­li­ge Situa­ti­on habe ich mir Gedan­ken über die Befes­ti­gung der Vor­schot am Scho­thorn des Vor­se­gels gemacht. Mit dem Knoten-​Repertoire aus der Segel­aus­bil­dung blei­ben dem Alltags-​Skipper nicht all­zu vie­le Mög­lich­kei­ten, die Schot am Vorsegel-​Horn anzu­schla­gen und so ist es nicht ver­wun­der­lich, dass man haupt­säch­lich Verlegenheits-​Palsteks antrifft. Da bei grö­ße­ren Boo­ten die Scho­ten meist als zwei getrenn­te Lei­nen gefah­ren wer­den, hän­gen am Vor­se­gel nun gleich zwei dicke Kno­ten, die bei kil­len­dem Segel auch dem­entspre­chend gefähr­lich aus­schla­gen. Besteht die Vor­schot jedoch aus einer ein­zel­nen, durch­ge­hen­den Lei­ne, wird oft eine mit einer Schlau­fe hal­bier­te Lei­ne mit einem Schä­kel befes­tigt. Sol­che Kon­struk­tio­nen kön­nen das Vor­deck zu einem gefähr­li­chen Auf­ent­halts­ort machen.

Wie aber kann man nun die Mit­te einer Lei­ne sicher in eine Kausch ein­bin­den, damit der Kno­ten dem star­ken Zug der Winsch und dem Druck des Win­des stand­hält und man ihn spä­ter wie­der mög­lichst leicht bre­chen kann, ohne gleich mit dem Marl­s­piker anrü­cken zu müs­sen?
Durch Zufall bin ich auf der Web­sei­te der Bri­ti­schen Dras­com­be Asso­cia­ti­on auf das Dras­com­be Hand­buch aus dem Jah­re 1979 gesto­ßen, das auf Sei­te 8 eine äußerst inter­es­san­te und ein­fa­che Metho­de vor­stellt, die Schot am Vor­se­gel zu befes­ti­gen. Dabei wird ein dop­pel­ter Über­hand­kno­ten in die Kausch ein­ge­bun­den und der fer­ti­ge Kno­ten in das Scho­thorn hin­ein­ge­zo­gen. Der Kno­ten bie­tet auch bei hohem Zug aus­rei­chend Rei­bung bei gleich­zei­tig kleinst­mög­li­chem Kno­ten­vo­lu­men und zieht sich dabei nicht in sich zusam­men, weil die Kausch das ver­hin­dert, wodurch er jeder­zeit ein­fach wie­der zu lösen ist.

Und so wird er gebun­den:

Der doppelte Überhandknoten als Schotbefestigung

Zuerst wird ein Ende der Schot durch die Kausch des Vor­se­gels so weit gezo­gen, dass man in etwa die Hälf­te der Lei­ne erreicht hat; die bei­den Scho­ten sol­len ja unge­fähr gleich lang sein. Dann bin­det man mit dem einen Ende der Lei­ne um das ande­re Ende einen dop­pel­ten Über­hand­kno­ten und steckt den Tam­pen durch das Scho­thorn. Schließ­lich wird der Kno­ten durch gleich­zei­ti­ges Zie­hen an bei­den Enden gefes­tigt, wobei er sich in die Kausch ver­schiebt.

Ein Nach­teil die­ser Tech­nik ist offen­sicht­lich: Je nach Grö­ße des Boo­tes kann die Lei­ne eini­ge Meter aus­ma­chen, die nun gleich zwei Mal durch den Kno­ten gezo­gen wer­den müs­sen. Da aber übli­cher­wei­se die Schot am Segel ange­schla­gen bleibt und am Kno­ten meist nur beim Auf- und Abta­keln han­tiert wird, also zwei Mal im Jahr, ist der even­tu­el­le Mehr­auf­wand ver­tret­bar.

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