Der doppelte Spierenstich

Von in nautik, schifferknoten

Einleitung

Doppelter Spierenstich Abb. 1

Dop­pel­ter Spie­ren­stich Abb. 1

Bit­te lesen Sie auch die all­ge­mei­ne Ein­lei­tung und den Sicher­heits­hin­weis zu den in die­sem Blog gezeig­ten Kno­ten.
Der dop­pel­te Spie­ren­stich ist, zumin­dest im Berg­sport [1], die Wahl zum Ver­bin­den zwei­er Lei­nen glei­cher Dicke. Da der Kno­ten aber eine hohe Kno­ten­fes­tig­keit besitzt, bei einer ver­hält­nis­mä­ßig gerin­gen Bruch­last­re­duk­ti­on von 40%, ist er auch in der Nau­tik eine Alter­na­ti­ve. Das Beson­de­re am dop­pel­ten Spie­ren­stich ist, dass er die Ver­bin­dung zwei­er Lei­nen nicht durch Rei­bung, son­dern nach dem Formschluss-​Prinzip [2] hält. Der Spie­ren­stich ist ein moder­ner Kno­ten, vor allem im nau­ti­schen Bereich ste­hen tra­di­tio­nel­le­re Kno­ten zur Ver­fü­gung. Der See­fah­rer muss für sich ent­schei­den, wel­che er für zeit­ge­mä­ßes Tau­werk einsetzt.
Zu beach­ten ist, dass der dop­pel­te Spie­ren­stich nach star­ker Belas­tung nur schwer zu lösen ist.

Anwendung

Ver­bin­dung zwei­er Lei­nen glei­cher Dicke.

Beschreibung

Doppelter Spierenstich Abb. 2

Dop­pel­ter Spie­ren­stich Abb. 2

Doppelter Spierenstich Abb. 3

Dop­pel­ter Spie­ren­stich Abb. 3

Doppelter Spierenstich Abb. 4

Dop­pel­ter Spie­ren­stich Abb. 4

Doppelter Spierenstich Abb. 5

Dop­pel­ter Spie­ren­stich Abb. 5

Der dop­pel­te Spie­ren­stich besteht aus zwei ein­fa­chen Spie­ren­sti­chen (dop­pel­ter Über­hand­kno­ten), die in die fes­te Part der jeweils ande­ren Lei­ne ein­ge­bun­den wer­den. Dabei ist dar­auf zu ach­ten, dass die bei­den Kno­ten spie­gel­ver­kehrt zuein­an­der gelegt wer­den. Wie in Abbil­dung 5 gezeigt müs­sen sie inein­an­der­grei­fen. Von vor­ne, sie­he Abbil­dung 1, müs­sen vier par­al­le­le Lei­nen zu sehen sein.
Die­ses Kno­ten­bild ist am ein­fachs­ten zu errei­chen, indem man sich die Steck­rich­tung des ers­ten Spie­ren­stichs merkt (Abbil­dung 2), bei­de Lei­nen um 180 Grad dreht und den zwei­ten Spie­ren­stich genau gleich legt.
Die Kno­ten sind unab­hän­gig von­ein­an­der gründ­lich fest­zu­zie­hen, es ist ganz beson­ders auf ein sau­ber geleg­tes Kno­ten­bild zu ach­ten. Anschlie­ßend wer­den bei­de Kno­ten anein­an­der gelegt, indem man an den bei­den Lei­nen zieht (Abbil­dung 4 und 5). Die Abbil­dung 5 zeigt den dop­pel­ten Spie­ren­stich von hin­ten, Abbil­dung 1 von vorn.

Der Spierenstich als Sicherungsknoten

Die Kno­ten­fes­tig­keit und Sicher­heit vie­ler Kno­ten lässt sich erhö­hen, indem man die lose Part, den Tam­pen, mit einem ein­fa­chen Kno­ten zusätz­lich zur ste­hen­den Part bei­bänd­selt. Im Grun­de ist der zwei­te hal­be Schlag des “ein­ein­halb Rund­törn mit zwei hal­ben Schlä­gen” nichts ande­res. Der Spie­ren­stich bie­tet sich als ein sol­cher Siche­rungs­kno­ten an. Dazu muss man sich nur die Abbil­dung 2 näher anse­hen. Die blaue Lei­ne wäre dem­nach die ste­hen­de Part, die rote Lei­ne der Tam­pen, die lose Part, die aus dem Kno­ten (der hier auf der lin­ken Sei­te lie­gen wür­de) her­aus kom­men wür­de. Der ein­fa­che Spie­ren­stich sichert somit den Tampen.

Bruchlastreduktion

40% [1]

Andere Bezeichnungen

Dop­pel­ter Fischer­kno­ten. Eng­lisch: Dou­ble Fischerman’s knot, Gra­pe­vi­ne knot, Dou­ble English knot

Ashley-​Nr

1415

Varianten

Fußnoten

Bit­te lesen Sie auch die all­ge­mei­ne Ein­lei­tung und den Sicher­heits­hin­weis zu den in die­sem Blog gezeig­ten Kno­ten.

Share on LinkedInShare on Redditshare on TumblrShare on StumbleUponDigg thisShare on FacebookGoogle+Tweet about this on TwitterEmail to someone