Die Mär ums Ree

Von in nautik

Haben Sie einen Seg­ler schon ein­mal “Ree!” rufen hören? Ent­we­der war er dabei nicht ganz allei­ne, oder er befand sich auf einem Boot mit einem oder meh­re­ren Mit­seg­lern. Dann woll­te er sei­ner Crew ver­deut­li­chen, dass er für das Manö­ver der Wen­de ent­we­der sel­ber unmit­tel­bar das Ruder legen wird, oder es ger­ne gelegt haben möch­te; qua­si als char­man­te Auf­for­de­rung an den Rudergänger.
Über die Bedeu­tung des Begriffs “Ree” schei­det sich das Wis­sen. Segel­schü­ler müs­sen zuwei­len damit leben, dass ihnen in der Aus­bil­dung “Ree” als Abkür­zung von “Ruder nach Lee” unter­ge­scho­ben wird, was so man­che Patent­hal­se erklär­te. Denn mit einem Lee-​Ruder kann man bes­ten­falls hal­sen, aber bestimmt nicht mit den Bug durch den Wind gehen.
Dar­um stellt sich die Fra­ge, wo der Manöver-​Begriff sei­nen Ursprung hat. Das freie Wör­ter­buch Wik­tio­na­ry erkennt ihn als nie­der­län­di­schen “Wen­de­ruf” des Seg­lers, wel­cher aber lei­der in der Fol­ge mit einem im Wald leben­den Wie­der­käu­er gleich­ge­setzt wird (der Wen­de­ruf, nicht der Seg­ler). Nur die Erklä­rung im Duden klingt glaub­haft, wonach das nie­der­deut­sche “rêde” für die Bereit­schaft steht, das Manö­ver jetzt einzuleiten.
Im eng­li­schen Sprach­raum muss man sich ver­ständ­li­cher­wei­se über die unaus­sprech­li­che Inter­jek­ti­on hin­weg­hel­fen. Da tut es auch ein lapi­da­res “Here we go!”.

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