Der Webeleinstek

Von in nautik, schifferknoten

Einleitung

Webeleinstek Abb. 1

Webeleinstek Abb. 1

Bitte lesen Sie auch die allgemeine Einleitung und den Sicherheitshinweis zu den in diesem Blog gezeigten Knoten.
Der Web(e)lein(en)stek wird von Seefahrern wie Bergsteigern (dann als Mastwurf) gerne eingesetzt. Wie auch beim Palstek muss man sich aber der eigentlichen Verwendung des Knotens [*] im Klaren sein. So stellten Webeleinen eine Mast-Enterhilfe dar, wobei Enden mittels des Webeleinsteks in den Wanten großer Schiffe befestigt wurden. Dabei trug aber nicht der Webeleinstek das ganze Gewicht, denn die Enden wurden damit nur bei den inneren Wanten befestigt. Außen waren sie in die Wanten eingespleißt, womit ein Verrutschen bei Belastung durch Matrosen unmöglich wurde. Zu dieser Zeit wurde der Webeleinstek ausschließlich für die Befestigung der Webeleinen verwendet [3].
Tatsächlich sollte man dem Webeleinstek keine allzu wichtigen Aufgaben anvertrauen. So wird er vom verantwortungsbewussten Seefahrer nur noch als Fender-Knoten eingesetzt, als Fixierung der Fender an der Reling. Dabei kann er noch dazu auf Slip gelegt werden, was sich als besonders wertvoll erweisen kann, sollte sich einmal bei Bootsbewegung ein Fender verkeilen und Eile angesagt sein.
Die Tatsache, dass sich der Webeleinstek stecken wie legen (oder "werfen") lässt, macht ihn aber auch als Befestigung des Schiffs an zum Beispiel einem Pfosten interessant. Dabei sollte man aber nicht außer Acht lassen, dass sich der Stek bei Wechselbelastung sehr rasch löst und nachrutscht. Damit eignet er sich nur bedingt zum dauerhaften Festmachen. Man sollte sich dann zumindest eine Absicherung der losen Part mit zwei halben Schlägen überlegen. Er hat aber gegenüber einem Palstek den Vorteil, dass er am Pfosten nicht nach unten rutscht, was erwünscht sein kann, wenn der Pfosten im Wasser steht (Dalben).
Außerdem ist der Webeleinstek wertvoll, weil er als einer von wenigen Knoten auch in die Mitte von Leinen gebunden (bzw. geworfen) werden kann, ohne dass die Tampen erreichbar sein müssen.
Als besonders beachtenswert scheint die Tatsache, dass der Webeleinstek, eingesetzt an einem Pfahl mit quadratischem Querschnitt, sich dann ganz besonders leicht löst, wenn man die feste und unter Zug stehende Part um den Pfahl führt. Das wäre zum Beispiel bei einem schwojenden Boot denkbar [3]. Dafür besteht wiederum die Gefahr, dass er sich bei runden Pfosten nach besonders großer Belastung kaum mehr lösen lässt [3].
Der Webeleinstek weist eine geringe Knotenfestigkeit bei hoher Bruchlastreduktion auf.

Anwendung

Als Fender-Knoten zum Befestigen der Fender an der Reling. Als Festmacher an zum Beispiel Pfählen oder Poller.

Beschreibung

Webeleinstek Abb. 2

Webeleinstek Abb. 2

Webeleinstek Abb. 3

Webeleinstek Abb. 3

Webeleinstek Abb. 4

Webeleinstek Abb. 4

Der Webeleinstek ist einfach und schnell anzufertigen, er kann gesteckt, geworfen und auf Slip gelegt werden. In der geworfenen Form kann er in der Mitte von Leinen verwendet werden, ohne dass die Tampen zur Verfügung stehen müssen. Abbildung 2 zeigt den gesteckten Webeleinstek. Dabei wird ein Rundtörn um zum Beispiel die Reling gelegt, die feste Part überkreuzt und der Tampen auf der anderen Seite abermals um die Reling geführt. Zum Schluss wird der Tampen durch die linke Bucht gesteckt. Korrekterweise sollte die lose Part nicht wie in der Abbildung dargestellt weg von der festen Part zeigen, sondern zurück in die Richtung, von der die feste Part kommt. Beim Fender also zeigt die lose Part in Richtung des Fenders. Nur so ist auch eine eventuelle Sicherung mittels zweier halben Schläge möglich.
Beim Werfen des Webeleinsteks werden wie in Abbildung 3 gezeigt zwei Überhandaugen in die Leine gelegt (es können auch zwei Unterhandaugen gelegt werden, aber nicht ein Überhand- und ein Unterhandauge). Dann legt man das eine Auge über das andere (Abbildung 4), bei zwei Überhandaugen muss das rechte Auge unter das linke gelegt werden. Diese geworfene Variante wird üblicherweise an Pollern verwendet. Dabei wird zuerst ein Unterhandauge (hier muss es ein Unterhandauge sein) über den Poller gelegt. Dabei reicht die entstehende Reibung meist aus, um so das Boot bereits kontrollieren zu können. Dann stellt man die richtige Länge der Leine zum Boot ein und festigt den Knoten mit einem zweiten Unterhandauge.
Ein Video auf YouTube zeigt eine weitere Variante, den Webeleinstek zu werfen. Der Vorteil bei dieser Technik liegt in der Schnelligkeit, mit der die beiden Schlingen geworfen werden können. Allerdings wird hier bereits der fertige Knoten über einen z.B. Poller gelegt, womit eine Einstellung der richtigen Länge für die stehende Part erschwert wird. Anfänger, die mit den Über- oder Unteraugen durcheinander kommen, können eventuell mit dieser Technik den Webeleinstek leichter erlernen.

Knotenfestigkeit

52% [2]

Bruchlastreduktion

50% [1]

Andere Bezeichnungen

Web(e)lein(en)stek, Mastwurf, Achterschlinge (Schweiz), Bindbaum (Schweiz), Kreuzklank, Rippenknoten, Makrameeknoten. Englisch: Clove hitch.

Ashley-Nr

1176 (11, 53, 69, 70, 204, 400, 421, 437, 1177, 1178, 1179, 1180, 1245, 1773, 1774, 1775, 1776, 1778, 1779, 1814, 2079, 2541, 2542, 2543, 2544, 2546, 2547, 2548) [2]

Varianten

Würgestek

Fußnoten

Bitte lesen Sie auch die allgemeine Einleitung und den Sicherheitshinweis zu den in diesem Blog gezeigten Knoten.

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