Geworfener Palstek und geworfene Anglerschlaufe

Von in nautik, schifferknoten

Einleitung

Geworfener Palstek Abb. 1

Gewor­fe­ner Pals­tek Abb. 1

Geworfene Anglerschlaufe Abb. 1

Gewor­fe­ne Ang­ler­schlau­fe Abb. 1

Bit­te lesen Sie auch die all­ge­mei­ne Ein­lei­tung und den Sicher­heits­hin­weis zu den in die­sem Blog gezeig­ten Kno­ten.
Haben Sie sich auch schon ein­mal von der Tech­nik eines gewor­fe­nen Pals­tek beein­dru­cken las­sen? Wenn Sie die­sen Kno­ten noch nicht ken­nen, sehen Sie sich doch ein­mal ein Video (von vie­len) zum Fyling Bow­li­ne an. Beein­dru­ckend. Und gefähr­lich. Der gewor­fe­ne Pals­tek stellt näm­lich kei­nen “Pals­tek” dar und darf als sol­cher nicht ver­wech­selt oder ver­wen­det wer­den. Der gewor­fe­ne Pals­tek ist ein eigen­stän­di­ger Kno­ten, der eher als ein “Trick­kno­ten” anzu­se­hen ist. Unter Wech­sel­be­las­tung lockert sich der Kno­ten rasch, man kann davon aus­ge­hen, dass er auch Quer­be­las­tun­gen ähn­lich schlecht wider­steht, wie der “ech­te” Palstek.
So ganz nutz­los ist aber der gewor­fe­ne Pals­tek nun auch wie­der nicht, denn wenn man ihn nur ein wenig abwan­delt, erhält man als Pro­dukt die Ang­ler­schlau­fe, einen zwar unter Seg­lern wenig bekann­ten Kno­ten, der aber in sei­ner Sta­bi­li­tät, Belast­bar­keit und Lös­bar­keit dem Pals­tek um nichts nach­steht, wenn er ihn nicht sogar über­trifft. Dar­um möch­te ich hier zuerst eine Anlei­tung zum gewor­fe­nen Pals­tek bie­ten und dann zei­gen, wie man damit eine Ang­ler­schlau­fe herstellt.

Anwendung

Bil­dung einer (sich nicht zuzie­hen­den) Schlau­fe, die sich auch nach star­ker Belas­tung wie­der leicht lösen lässt, zum Bei­spiel zum (kurz­zei­ti­gen) Fest­ma­chen des Boo­tes an einem Pfahl. Es wird hier aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der gewor­fe­ne Pals­tek kei­nen Pals­tek dar­stellt und wesent­lich schlech­ter als die­ser hält. Die gewor­fe­ne Ang­ler­schlau­fe ent­spricht der eigent­li­chen Ang­ler­schlau­fe und ist ein voll­wer­ti­ger, gut ein­setz­ba­rer Knoten.

Beschreibung

Geworfener Palstek Abb. 2

Gewor­fe­ner Pals­tek Abb. 2

Geworfener Palstek Abb. 3

Gewor­fe­ner Pals­tek Abb. 3

Geworfener Palstek Abb. 4

Gewor­fe­ner Pals­tek Abb. 4

Geworfener Palstek Abb. 5

Gewor­fe­ner Pals­tek Abb. 5

Den gewor­fe­nen Pals­tek in Wor­ten oder Bil­dern zu beschrei­ben, ist nicht ganz ein­fach. Dar­um emp­fielt sich das Stu­di­um des bereits oben erwähn­ten Vide­os über den Fyling Bow­li­ne. Zuerst wird in die fes­te Part ein Über­hand­au­ge gelegt. Dann wird die lose Part mit Schwung von unten nach oben über das Über­hand­au­ge gewor­fen und zwar so, dass nun jeweils links und rechts der sich über­kreu­zen­den Par­ten ein Auge ent­steht (Abbil­dung 3). Nun wird das rech­te Auge nach links geklappt und durch das lin­ke Auge gezo­gen. Wie die Abbil­dung 4 zeigt, kom­men durch die­se Kno­ten­tech­nik zwei bestimm­te Tei­le der Lei­ne neben­ein­an­der zu lie­gen (grü­ner Ring in Abbil­dung 4), sie kön­nen sich nicht gegen­sei­tig beknei­fen. Und genau hier liegt die gefähr­li­che Schwach­stel­le gegen­über des “rich­ti­gen” Pals­tek, die dazu führt, dass sich der Kno­ten bei Wech­sel­be­las­tung sehr schnell löst.

Geworfene Anglerschlaufe Abb. 2

Gewor­fe­ne Ang­ler­schlau­fe Abb. 2

Geworfene Anglerschlaufe Abb. 3

Gewor­fe­ne Ang­ler­schlau­fe Abb. 3

Wenn man nun beim Schritt “Gewor­fe­ner Pals­tek Abb. 3” das lin­ke Auge ein­ma­lig ver­törnt (Gewor­fene Ang­ler­schlaufe Abb. 2) und anschlie­ßend gleich vor­geht, näm­lich das rech­te durch das lin­ke Auge zieht, erhält man anstatt des insta­bi­len gewor­fe­nen Pals­tek, die Ang­ler­schlau­fe. Durch das Ver­dre­hen des lin­ken Auges kann es bei nicht beson­ders glat­ten Lei­nen schwie­rig wer­den, den Kno­ten zuzu­zie­hen und der “Trick”-Charakter des gewor­fe­nen Kno­tens geht ver­lo­ren, denn die ver­dreh­te Part führt zu einer solch gro­ßen Rei­bung, dass der Kno­ten nicht mehr rich­tig “fällt”. Bei sol­chen Lei­nen soll­te man für die Ang­ler­schlau­fe auf die gesteck­te Kno­ten­tech­nik zurück­grei­fen.

Andere Bezeichnungen

Fly­ing Bow­li­ne” (für gewor­fe­nen Pals­tek), “Per­fec­tion­loop” und “Angler’s Loop” (für Anglerschlaufe) 

Ashley-​Nr

für den gewor­fe­nen Pals­tek unbe­kannt. Ang­ler­schlau­fe: 1017

Trivia

  • Egmont M. Friedl beschreibt den gewor­fe­nen Pals­tek in sei­nem Buch “Kno­ten und Splei­ßen” (Deli­us Klasing) als “Eili­ge Ang­ler­schlau­fe” und weist dar­auf hin, dass “der Pals­tek in der Regel der bes­se­re Kno­ten wäre, da er nach gro­ßer Belas­tung leich­ter zu lösen sei”.
  • Eine inter­es­san­te Vari­an­te den Pals­tek zu wer­fen, zeigt Bob­by Schenk auf sei­ner Web­sei­te “Home­page von Welt­um­seg­ler Bob­by Schenk”. Er tauft den ihm unbe­kann­ten Kno­ten “Poly­ne­si­scher Hun­de­kno­ten”. Egon Friedl (Egmont M. Friedl?) soll ihn als “gewor­fe­nen Fischer­kno­ten” erkannt haben (? Der Fischer­kno­ten ist ein Ver­bin­dungs­kno­ten, ein “gewor­fe­ner Fischer­kno­ten” wird in der Lite­ra­tur nicht erwähnt). Das auf der genann­ten Web­sei­te bei­ge­füg­te Video zeigt die Wurf­tech­nik mit einem unde­fi­nier­ba­ren Ergeb­nis. Schenk bezeich­net ihn als den “schnells­ten Pals­tek der Welt”. Wenn man den Kno­ten nach­stellt und dabei dar­auf ach­tet, dass der Tam­pen beim Zusam­men­zie­hen nicht durch ein Auge rutscht (!), ent­steht tat­säch­lich ein sehr bekann­ter Kno­ten: die Ang­ler­schlau­fe.

Varianten

gesteck­te Anglerschlaufe

Bit­te lesen Sie auch die all­ge­mei­ne Ein­lei­tung und den Sicher­heits­hin­weis zu den in die­sem Blog gezeig­ten Kno­ten.

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