Der Wasserpalstek

Von in nautik, schifferknoten

Einleitung

Wasserpalstek Abb. 1

Was­ser­pals­tek Abb. 1

Bit­te lesen Sie auch die all­ge­mei­ne Ein­lei­tung und den Sicher­heits­hin­weis zu den in die­sem Blog gezeig­ten Kno­ten.
Der Was­ser­pals­tek soll hier als ein Stell­ver­tre­ter für eine Fül­le ver­schie­de­ner Palstek-​Abwandlungen ste­hen. Ich hal­te ihn außer­dem für ein gutes Bei­spiel eines “alten” Kno­tens, der nicht unkri­tisch in moder­ne Kunst­stoff­lei­nen gebun­den wer­den soll­te. Clif­ford Ash­ley erkann­te, dass sich der Pals­tek bei Ver­wen­dung von Natur­fa­ser­tau­werk und unter Was­ser gebun­den kaum mehr lösen lässt, wenn er ein­mal unter stär­ke­rem Zug gestan­den hat. Dar­um emp­fahl er unter die­sen Bedin­gun­gen eine zusätz­li­che Schlin­ge zu ste­cken. Um die­ser Sta­bi­li­tät zu ver­lei­hen wird sie als Webel­ein­s­tek gelegt.
Angeb­lich soll die­se Vari­an­te gern von fran­zö­si­schen Berg­stei­gern wegen der grö­ße­ren Sta­bi­li­tät bei Quer­be­las­tung ver­wen­det wer­den [1]. In der “Bow­li­ne Ana­ly­sis” von Mark Gom­mers, July 2013 [2], wird aller­dings kri­ti­siert, dass sich die zwei Schlin­gen des Webel­ein­s­teks gern sepa­rie­ren, was der Sta­bi­li­tät des Kno­tens nicht zuträg­lich sein kann. Auf jeden Fall muss man sich gera­de bei die­sem Kno­ten im Gedächt­nis behal­ten, dass er expli­zit für Natur­fa­ser­tau­werk beschrie­ben wur­de. Bei Kunst­fa­ser­lei­nen kann man ohne grö­ße­ren Auf­wand die lose Part zum Rau­schen brin­gen, wenn der Webel­ein­s­tek zuvor nicht ordent­lich fest­ge­zo­gen wurde!

Anwendung

Bil­dung einer (sich nicht zuzie­hen­den) Schlau­fe, die sich auch nach star­ker Belas­tung wie­der leicht lösen lässt, zum Bei­spiel zum (kurz­zei­ti­gen) Fest­ma­chen des Boo­tes an einem Pfahl. Clif­ford Ash­ley hat die­sen Kno­ten als unter Was­ser gebun­de­nen Pals­tek beschrieben.

Beschreibung

Wasserpalstek Abb. 2

Was­ser­pals­tek Abb. 2

Wasserpalstek Abb. 3

Was­ser­pals­tek Abb. 3

Wasserpalstek Abb. 4

Was­ser­pals­tek Abb. 4

Als Grund­la­ge des Was­ser­pals­tek fun­giert ein Webel­ein­s­tek. Er soll­te aus­rei­chend weit vom Tam­pen ent­fernt gesteckt wer­den, um der eigent­li­chen Schlau­fe des Pals­tek genü­gend Lei­ne übrig zu las­sen (mehr als in Abbil­dung 2 gezeigt). Dann wird der Pals­tek wie gewohnt gebun­den, die lose Part ver­läuft hin­ter der fes­ten Part, bevor sie wie­der durch den Webel­ein­s­tek geführt wird. Es ist beson­ders dar­auf zu ach­ten, dass der Webel­ein­s­tek am Schluss für sich sel­ber zuge­zo­gen wird, damit sich der Kno­ten als Gan­zes sel­ber gut bekneift.

Andere Bezeichnungen

Eng­lisch: Water Bowline

Ashley-​Nr

1012, (1013)

Trivia

Clif­ford Ash­ley hat den Was­ser­pals­tek in sei­nem Buch der Kno­ten nicht als sol­chen benannt, son­dern ihn als Pals­tek beschrie­ben, dem man, unter Was­ser gebun­den, eine zusätz­li­che Schlin­ge zum leich­te­ren Lösen bei­fügt. Spä­ter wur­de dar­aus der “Wasser-​Palstek”.

Varianten

Fußnoten

Bit­te lesen Sie auch die all­ge­mei­ne Ein­lei­tung und den Sicher­heits­hin­weis zu den in die­sem Blog gezeig­ten Kno­ten.

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