Doppelter Palstek

Von in nautik, schifferknoten

Einleitung

Doppelter Palstek Abb. 1

Dop­pel­ter Pals­tek Abb. 1

Bit­te lesen Sie auch die all­ge­mei­ne Ein­lei­tung und den Sicher­heits­hin­weis zu den in die­sem Blog gezeig­ten Kno­ten.
Der dop­pel­te Pals­tek ist eine gute Alter­na­ti­ve, wenn es sich um beson­ders hohe Zug­las­ten han­delt. Er wird ger­ne beim Berg­stei­gen als beson­ders siche­re Vari­an­te des ein­fa­chen Pals­tek genannt, der sich auch nach star­ker Belas­tung wie­der ein­fach lösen lässt. Ein Vor­teil des dop­pel­ten Pals­teks ist, dass er in die Mit­te einer Lei­ne gesteckt wer­den kann, ohne deren Enden zu benö­ti­gen [1]. Aller­dings tritt hier auch schon die ers­te Schwach­stel­le des Kno­tens zu Tage: Die Lei­ne kann dann nicht mehr von bei­den Enden her belas­tet wer­den, einem wesent­li­chen Nach­teil gegen­über dem alpi­nen Schmet­ter­lings­kno­ten. Dirk Lin­gens hat sich der Pro­ble­ma­tik der unter­schied­li­chen Belas­tungs­mög­lich­kei­ten am dop­pel­ten Pals­tek ange­nom­men und sie in einem ein­drucks­vol­len Arti­kel ver­öf­fent­licht [2]. Dar­in beschreibt er 22 unter­schied­li­che Mög­lich­kei­ten, auf den Kno­ten Zug aus­zu­üben. Inwie­weit dies auch für den mari­ti­men Bereich gilt, hängt von der Art des Ein­sat­zes ab und muss in der Pra­xis abge­wo­gen wer­den. Bemer­kens­wert ist außer­dem, dass der dop­pel­te Pals­tek die Bruch­last der Lei­ne um fast die Hälf­te her­ab­setzt, wohin­ge­gen der ein­fach Pals­tek nur eine Bruch­last­re­duk­ti­on von 35% bis 45% auf­weist. Neben der hier gezeig­ten Art, den Kno­ten zu bin­den, besteht auch noch die Mög­lich­keit, ihn zu ste­cken. Ähn­lich dem gesteck­ten dop­pel­ten Ach­ter kann der dop­pel­te Pals­tek zuerst als ein­fa­cher Pals­tek gesteckt und anschlie­ßend mit der losen Part der fes­ten Part zurück durch den Kno­ten gefolgt wer­den. Damit hat der gesteck­te dop­pel­te Pals­tek den Vor­teil, dass er auch zum Bei­spiel an einem geschlos­se­nen Ring ange­wen­det wer­den kann.
Auch der dop­pel­te Pals­tek kann bei äußers­ter Ring­be­las­tung kip­pen, aller­dings dürf­te dies nur dann zur Gefahr wer­den, wenn ledig­lich eine der bei­den Schlau­fen unter Zug steht [2]. Ande­rer­seits ent­steht durch das Kip­pen ein Über­hand­kno­ten, der sich nach gro­ßer Zug­last mög­li­cher­wei­se nicht mehr lösen lässt (!).

Anwendung

Auch der dop­pel­te Pals­tek bie­tet wie der ein­fa­che Pals­tek eine (sich nicht zusam­men­zie­hen­de) Schlau­fe, wes­we­gen er sich zum Fest­ma­chen des Boo­tes an einem Pfahl eig­net. Auch nach star­ker Zug­be­las­tung lässt sich der Kno­ten leicht lösen.

Beschreibung

Doppelter Palstek Abb. 2

Dop­pel­ter Pals­tek Abb. 2

Doppelter Palstek Abb. 3

Dop­pel­ter Pals­tek Abb. 3

Zunächst wird in die Lei­ne eine Bucht gelegt. Dies muss, wie bereits erwähnt, nicht unbe­dingt der Tam­pen der Lei­ne sein, der dop­pel­te Pals­tek kann auch in der Mit­te einer Lei­ne gesteckt wer­den. In die nun dop­pel­te Lei­ne wird ein Über­hand­au­ge gelegt (Abbil­dung 2). Nun wird die Bucht als Gan­zes durch das Auge gesteckt, wodurch sich ein Über­hand­kno­ten bil­det (Abbil­dung 3). Dabei ist zu beach­ten, dass die hier gezeig­te Bucht nicht die spä­te­re Schlau­fe des Pals­tek bil­den wird; sie wäre dann nur ein­fach. Zum dop­pel­ten Auge wird sie, indem man nun die bei­den Schen­kel nach außen zieht und die Spit­ze der Bucht unter den Kno­ten drückt.
Doppelter Palstek Abb. 4

Dop­pel­ter Pals­tek Abb. 4

Doppelter Palstek Abb. 5

Dop­pel­ter Pals­tek Abb. 5

Abbil­dung 4 zeigt die­sen etwas schwie­rig zu beschrei­ben­den Zustand. Die bei­den außen lie­gen­den Schen­kel wer­den schließ­lich ange­ho­ben und zusam­men­ge­legt, wodurch sich wie­der ein Auge bil­det. Dabei ist dar­auf zu ach­ten, dass sich der Über­hand­kno­ten inner­halb des Auges befin­det. Die Abbil­dung 4 zeigt, dass nun ein Teil des Über­hand­kno­tens nach außen gezo­gen wer­den muss, wodurch sich nun das zuvor gebil­de­te Auge über den Über­hand­kno­ten legt. Der nach außen gezo­ge­ne Teil bil­det das end­gül­ti­ge Auge, die eigent­li­che Schlau­fe des dop­pel­ten Pals­teks. Die Abbil­dung 5 zeigt den dop­pel­ten Pals­tek von hin­ten, die Abbil­dung 1 von vorn.

Knotenfestigkeit

Unbe­kannt, ver­mut­lich aber sehr hoch, solan­ge bei­de Augen der Schlau­fe sowie bei­de Enden der Lei­ne gleich­mä­ßig belas­tet wer­den [2]

Bruchlastreduktion

49% [1]

Andere Bezeichnungen

Dop­pel­ter Bulin. Eng­lisch: Bow­li­ne on the Bight

Ashley-​Nr

1080

Trivia

Bemer­kens­wert ist beim dop­pel­ten Pals­tek, dass eine Ver­dop­pe­lung der ver­wen­de­ten Lei­ne nicht unbe­dingt eine Ver­min­de­rung der Bruch­last­re­duk­ti­on bedeu­tet. So redu­ziert der ein­fa­che Pals­tek die Bruch­last nur um 35% bis 45%, der dop­pel­te Pals­tek jedoch um fast die Hälfte.

Varianten

Fußnoten

Bit­te lesen Sie auch die all­ge­mei­ne Ein­lei­tung und den Sicher­heits­hin­weis zu den in die­sem Blog gezeig­ten Kno­ten.

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