Lenovo Laptop Dockingstation Dualmonitor mit Ubuntu

Von in linux

Auch wenn die Ten­denz wohl in Rich­tung Breit­bild­schir­me gehen dürf­te, schät­zen vie­le immer noch das Arbei­ten auf zwei Moni­to­ren. Selbst dann muss nicht unbe­dingt auf Bild­schir­me mit Über­brei­te ver­zich­tet wer­den, aller­dings muss die ein­ge­setz­te Gra­fik­kar­te die Sum­me der Auf­lö­sun­gen unter­stüt­zen. In der Arbeit erfreue ich mich seit kur­zem über einen neu­en 1680 x 1050 Moni­tor, bin aber im Arbeits­ab­lauf zwei Bild­schir­me gewohnt. Zwei Breit­schir­me wären für die Gra­fik­kar­te zu viel, aber als Zweit­schirm genügt ein 1280 x 1024 abso­lut. Das Bild lie­fert ein Lenovo-​Laptop (über die Jah­re unter­schied­li­che Model­le) über eine Docking­sta­ti­on, der Rech­ner rennt unter Kubun­tu 12.04. Ich kann mich nicht erin­nern, dass ich mit die­ser Kon­stel­la­ti­on, auch mit zwei klei­nen Bild­schir­men, kei­ne Pro­ble­me gehabt hät­te. Zu Zei­ten von Ubun­tu 7.04 kämpf­te ich mit der xorg.conf her­um, dann kam der Ein­satz von xran­dr, spä­ter auch aran­dr, nicht ein­mal der sich selbst kon­fi­gu­rie­ren­de Xser­ver ab 8.04 schaff­te Abhil­fe. Auch heu­te noch habe ich beim Umschal­ten vom Lap­top auf die zwei exter­nen Moni­to­re vor allem eins: Schwie­rig­kei­ten. Ent­we­der ist die Gra­fik zer­schos­sen, ein Bild­schirm wird gleich gar nicht erkannt, oder der Lap­top stürzt ab. In die ande­re Rich­tung spielt es das sel­be Lied: Zie­he ich den Lap­top aus der Docking­sta­ti­on, bleibt er ent­we­der hän­gen, oder es dau­ert Minu­ten, bis wie­der ein Desk­top ange­zeigt wird. Mit aktu­el­lem Ker­nel ist es der­zeit die Regel, dass nur noch ein Reset hilft. Durch Zufall bin ich jetzt auf eine Lösung gesto­ßen, mit der ich das Pro­blem nach nun jah­re­lan­gem Ärger­niss in den Griff bekom­men habe. Ich möch­te sie hier nie­der­schrei­ben, viel­leicht hilft sie jeman­dem mit ähn­li­chen Pro­ble­men.

Mein Work­a­round und mei­ne Ver­mu­tung beru­hen dar­auf, dass der Gra­fik­chip der Lenovo-​Laptops (zumin­dest mit die­sen habe ich Erfah­rung) mit dem gleich­zei­ti­gen Abschal­ten des Lap­top­mo­ni­tors und dem Ansteu­ern von zwei exter­nen Bild­schir­men nicht klar kommt. Inwie­weit hier der Gra­fik­trei­ber von Ubun­tu Mit­schuld trägt, weiß ich nicht. Wer­den die Moni­to­re jedoch sequen­zi­ell kon­fi­gu­riert, tre­ten kei­ne Pro­ble­me auf. Dem­nach sieht mei­ne Vor­ge­hens­wei­se wie folgt aus:
Mein Lap­top steht übli­cher­wei­se in der Docking­sta­ti­on, wenn ich ihn hoch­fah­re. Wich­tig dabei ist nur, dass die Docking­sta­ti­on nicht mit Strom ver­sorgt wird. So erkennt der Lap­top die exter­nen Bild­schir­me beim Hoch­fah­ren noch nicht.
Läuft das Betriebs­sy­tem, schal­te ich den Strom für die Docking­sta­ti­on ein. Die exter­nen Moni­to­re sind eben­falls ein­ge­schal­tet. Ubun­tu soll­te jetzt erken­nen, dass (zumin­dest) ein exter­ner Moni­tor zur Ver­fü­gung steht und ein Pro­gramm zur Kon­fi­gu­ra­ti­on öff­nen. Falls nicht, was öfters vor­kommt, star­tet man das jetzt manu­ell. Wich­tig ist nun das stu­fen­wei­se Umschal­ten:
Zuerst wird ein exter­ner Moni­tor zum lau­fen­den Laptop-​Bildschirm dazu­ge­schal­tet. Eine genaue­re Kon­fi­gu­ra­ti­on (wie die zwei Bild­schir­me zuei­ne­an­der ste­hen) ist jetzt noch neben­säch­lich. Ist die neue Ein­stel­lung ange­wandt, war­tet man gedul­dig dar­auf, dass sich die Bild­schir­me akti­vie­ren. Gera­de Lenovo-​Laptops benö­ti­gen lan­ge zum Umschal­ten. Lau­fen bei­de Schir­me, wird als nächs­tes der Laptop-​Monitor über die Kon­fi­gu­ra­ti­on abge­dreht, sodass nur noch ein (!) exter­ner Moni­tor rennt. Wie­der wird die neue Ein­stel­lung ange­wandt und das Ergeb­nis abge­war­tet. Und zum Schluss wird der zwei­te exter­ne Moni­tor akti­viert und auch gleich rich­tig kon­fi­gu­riert (wie die Moni­to­re zuein­an­der ste­hen, wel­cher der Haupt­mo­ni­tor ist, etc.).

Auch wenn die­se Vor­ge­hens­wei­se sehr umständ­lich ist, funk­tio­niert sie für mein Set­up hun­dert­pro­zen­tig. Und das Gute an der Sache ist, dass unter Linux sol­che Ein­stel­lun­gen in ein Script geschrie­ben und auto­ma­ti­siert wer­den kön­nen. In der Shell lässt sich so xran­dr steu­ern und die Ein­stel­lun­gen wer­den auto­ma­tisch sequen­zi­ell vor­ge­nom­men.

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