Durch die Ötschergräben

Von in geografie

In den Hinteren Tormäuern

In den Hin­te­ren Tormäuern

Der Natur­park Ötscher-​Tormäuer ist ein belieb­tes Aus­flugs­ziel. Die Ötscher­grä­ben, der “Grand Can­yon Öster­reichs”, muss man ein­mal gese­hen haben. Dank der Maria­zel­ler­bahn, die seit über 100 Jah­ren zwi­schen St. Pöl­ten und Maria­zell ver­kehrt, erge­ben sich eine Viel­zahl an Mög­lich­kei­ten, die Ötscher­grä­ben zu bege­hen. Ich möch­te hier eine Rou­te beschrei­ben, die durch die spek­ta­ku­lärs­ten Tei­le, näm­lich die Hin­te­ren Tor­mäu­er und die gesam­ten Ötscher­grä­ben bis zum Schlei­er­fall führt.

Höhenprofil Ötschergräben

Höhen­pro­fil Ötschergräben

Wegen der his­to­ri­schen Maria­zel­ler­bahn bie­tet sich eine Anrei­se mit dem Zug an, aber auch bei der Anrei­se mit dem Auto kann man beim Rück­weg auf die Bahn zurück­grei­fen. Unse­re Tour beginnt im Bahn­hof Gösing, gleich nach­dem der Zug den 2.368m lan­gen Gösing­tun­nel ver­las­sen hat. Man über­quert die Glei­se auf der Asphalt­stra­ße, hält sich berg­ab und folgt der Ser­pen­ti­ne, bis rechts der Weg in den Wald abbiegt. Der Bahn­hof Gösing liegt auf 890m und damit bei­na­he am höchs­ten Punkt unse­rer Rou­te. Unser Weg führt uns zunächst in den Erlauf­bo­den auf 540m. Die­se 350m berg­ab soll­te man beson­ders gemäch­lich zurück­le­gen, denn der stei­le Weg
Am Weg zum Erlaufboden. Links im Vordergrund der Große Koller, im Hintergrund der Ötscher

Weg zum Erlauf­bo­den, Gro­ßer Kol­ler und Ötscher

kann bei den nach der Anrei­se noch kal­ten Mus­keln zu einem fürch­ter­li­chen Mus­kel­ka­ter in den Ober­schen­keln füh­ren. Außer­dem kann der Wald­weg bei Feuch­tig­keit, und da reicht schon der Mor­gen­tau, sehr rut­schig sein. Die letz­ten 500m füh­ren auf einer Schot­ter­stra­ße eben in den Erlauf­bo­den, bis man die Asphalt­stra­ße quert. Hier betritt man den Natur­park Ötscher-​Tormäuer, für den Erhalt des Parks und der Wege ist ein Obo­lus zu ent­rich­ten. Der Weg durch die Hin­te­ren Tor­mäu­er kann nach Unwet­tern und Hang­rut­schen unpas­sier­bar sein. Even­tu­ell ist das Ein­ho­len von Infor­ma­tio­nen vor Tour­be­ginn rat­sam, so zum Bei­spiel beim Ötscherhi­as. Der gesam­te Weg durch den Gra­ben bis hin zum Schlei­er­fall ver­läuft mehr oder weni­ger eben.
Wegweiser im Erlaufboden

Weg­wei­ser im Erlaufboden

Vom Erlauf­bo­den bis zum Schlei­er­fall sind ledig­lich 200 Höhen­me­ter auf 10km Län­ge zu über­win­den, aller­dings durch­wan­dert man ein stän­di­ges Auf und Ab. Dabei ist der Weg durch die Hin­te­ren Tor­mäu­er der “stei­le­re” Abschnitt.
Von Gösing aus gerech­net soll­te der Stier­wasch­bo­den in etwa 2 bis 2 ½ Stun­den erreicht sein. Beim Kraft­werk hal­ten wir uns rechts und eine wei­te­re Stun­de spä­ter tref­fen wir in der Jau­sen­sta­ti­on “Ötscherhi­as” ein. Sowohl beim Kraft­werk, als auch beim Ötscherhi­as besteht die Mög­lich­keit, die Tour Rich­tung Maria­zel­ler­bahn abzu­bre­chen. Nach einer Stär­kung in der Jau­sen­sta­ti­on
In den Hinteren Tormäuern

In den Hin­te­ren Tormäuern

(wo wir auf kei­nen Fall mit­ge­brach­te Spei­sen oder Geträn­ke kon­su­mie­ren!) set­zen wir unse­ren Weg in die Ötscher­grä­ben fort. Der Weg bis zum Schlei­er­fall, so schön er auch ist, kann sich ein wenig zie­hen. Trotz der Nähe zum küh­len Was­ser, das aber bis auf ein paar weni­ge aus­ge­such­te Stel­len uner­reich­bar in der Schlucht fließt, heizt die Son­ne unbarm­her­zig den unge­schütz­ten Gra­ben auf. Son­nen­schutz ist also auch hier unbe­dingt erfor­der­lich. Den Schlei­er­fall hat man vom Ötscherhi­as in etwa einer Stun­de erreicht. Der Zugang zum Was­ser­fall liegt etwas abseits vom Weg zum Schutz­haus “Vor­deröt­scher” und “been­det” qua­si den Weg durch den mar­kan­ten Gra­ben, bzw. er fängt dort an. Der kur­ze Abste­cher ist es aber wert, beson­ders bei Schnee­schmel­ze, wenn der Schlei­er­fall viel Was­ser führt. Wie man am Bild sehen kann, war ich viel zu spät dran, der Was­ser­fall bestand nur aus einem dün­nen Rinnsal.

Der Schleierfall

Der Schlei­er­fall

Bis zum Schlei­er­fall bie­tet nur das über Kas­ka­den von einem Becken ins nächs­te flie­ßen­de, glas­kla­re Was­ser Abwechs­lung. Bota­nisch inter­es­sant wird erst der Weg zum Schutz­haus “Vor­deröt­scher” auf 888m. Dazu wen­den wir uns vom Ötscher ab und hal­ten uns bei der Weg­ga­be­lung zum Schlei­er­fall dies­mal Rich­tung Süden. Der Greimelbach-​Graben ist wild ver­wach­sen und ent­spannt die Augen nach den Stun­den zwi­schen blan­kem Fels und grel­lem Schot­ter. Der Weg führt ste­tig berg­auf und nach etwa einer hal­ben Stun­de hat man den Vor­deröt­scher erreicht, womit wir uns bei­na­he auf glei­cher Höhe mit unse­rem Aus­gangs­punkt befin­den.
Schwalbenwurz Enzian

Schwal­ben­wurz Enzian

Ach­tung! Wie auf der Web­sei­te vorderoetscher.at zu lesen ist, kann im Schutz­haus nicht mehr über­nach­tet wer­den und eine Bewir­tung ist der­zeit (Som­mer 2012) nicht gesi­chert. Wer das Schutz­haus als Jau­sen­sta­ti­on ein­plant, soll­te sich also unbe­dingt vor­her über Öff­nungs­zei­ten erkundigen.

Der Ötscher am Weg zum Schutzhaus Vorderötscher, beim Greimelbach

Der Ötscher vom Greimelbach

Vom Vor­deröt­scher gibt es zwei Mög­lich­kei­ten für den Rück­weg. Nor­ma­ler­wei­se wan­dert man die Ötscher­grä­ben zurück zum Ötscherhi­as und dort nach Süden zur Erlauf­klau­se. Eine zwei­te, zeit­lich wesent­lich kür­ze­re Vari­an­te wäre der Forst­weg, über den man flott gegan­gen in 1 ½ Stun­den die Erlauf­klau­se erreicht.
Mariazellerbahn fährt in die Erlaufklause ein

Maria­zel­ler­bahn fährt in die Erlauf­klau­se ein

Oben­drein ist der Weg ange­nehm eben, nach dem sehr kur­zen stei­len Stück unmit­tel­bar nach der Schutz­hüt­te hat man eine gemüt­li­che Wan­de­rung mit tol­ler Ötscher-​Aussicht auf einer fes­ten Schot­ter­stra­ße vor sich. Bei dro­hen­dem Schlecht­wet­ter oder Über­mü­dung ist der Weg über die Stra­ße also durch­aus eine Alternative.

Und schließ­lich haben wir den Erlauf­stau­see erreicht, ent­we­der über den Ötscherhi­as oder eben der Forst­stra­ße. Die Bahn fährt oft, aber nicht jeder Zug wird bis nach St. Pöl­ten geführt. Gut geplant hat, wer jetzt einen Fahr­plan bei sich trägt. Die Web­sei­te der Maria­zel­ler­bahn infor­miert ausführlich.

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