Semmering Bahnwanderweg Teil 2

Von in geografie

Fotografie von der Haltestelle Breitenstein am Semmering mit einem gerade einfahrenden Zug, bei strahlendem Sonnenschein und Herbststimmung

Haltestelle Breitenstein

Ich konnte doch noch diesjährig eine Möglichkeit zur Begehung eines weiteren Teilabschnitts des Semmeringbahn-Bahnwanderweges nutzen. Wagemutig habe ich die warme Luft eines Föhnsturms ausgenutzt, um die Strecke zwischen Breitenstein und Payerbach-Reichenau über Klamm-Schottwien und Eichberg noch im November aufzuzeichnen. Der Abschnitt wurde von mir auf OpenStreetMap bereits ergänzt, allerdings habe ich auf eine Wegbeschreibung zwischen Eichberg und Payerbach verzichtet. Bedauerlicherweise sind auf diesem Teilabschnitt die Wegweiser so verfallen und mangelhaft, dass ich über Pettenbach marschiert bin und nicht mit Sicherheit sagen kann, ob diese von der Bahn doch recht abseits liegende Streckenführung noch dem ursprünglichen Bahnwanderweg entspricht. Außerdem ist dieser Teilabschnitt der Ghega-Bahn im Vergleich zur restlichen Strecke wenig attraktiv, weswegen ich mich auch in dieser folgenden Wegbeschreibung auf die Strecke Breitenstein, Klamm-Schottwien und Eichberg beschränken möchte.

Der Teilabschnitt Breitenstein Klamm-Schottwien

Fotografie mit Blick von der Weide östlich von Breitenstein Richtung Westen mit interessantem Licht-Schatten-Spiel in wunderschöner Herbstlandschaft und blauem Himmel

Breitenstein

Von der Haltestelle Breitenstein geht man zuerst einige Meter talwärts Richtung Gemeindehaus und biegt links in die Lindenstraße ein; gut sichtbare Bahnwanderweg- und Informationstafeln weisen den Weg. Man folgt nun einige Meter unterhalb der Bahntrasse der asphaltierten Straße, die bald in einen Waldweg übergeht und wenig später auf die untere Bahnstraße trifft, der man steil bergauf folgt; die Bahnunterführung lässt man links liegen. Sobald die Bahntrasse im Tunnel der Weinzettelwand verschwunden ist, führt die Straße geschottert einen Hang empor. Ein Blick zurück zeigt ein letztes Mal Breitenstein und im Hintergrund das Viadukt über die Kalte Rinne.

Bald trifft man wieder auf eine geteerte Straße, der man zwischen Bauernhöfen weiter Richtung Osten folgt. Bei einer Abzweigung hält man sich rechts, die Straße geht bald in einen Schotterweg über. Der Weg verläuft nun mehr oder weniger nahe der Bahntrasse entlang, bis man auf eine Unterführung trifft. Unmittelbar nach dieser Unterführung führt ein schmaler Weg links, unscheinbar aber gut markiert, weg von der Straße. Dieser Pfad folgt nun einige Meter der Bahn, bis diese wieder in einem Tunnel, der durch die Pfefferwand führt, verschwindet. Der Waldweg trifft am Gamperlgraben-Viadukt wieder auf die Bahn, die hier knapp vor der Überführung wieder aus dem Tunnel tritt. Ein schmaler Weg führt nun in Serpentinen steil bergab, am Fuß des Viadukts hält man sich talwärts. Nun folgt man dem Weg immer Richtung Osten in einem weiten Bogen leicht bergab und bergauf, bis man auf das Wagnergraben-Viadukt stößt. Auch hier führt der Weg steil bergab zum Fuß des Viadukts, um ebenso steil auf der anderen Seite den Graben wieder zu verlassen. Schließlich geht der Weg in eine Schotterstraße und wenig später in eine Asphaltstraße über. Wir haben den Ort Klamm erreicht.

Dicht an der Bahntrasse folgen wir dem Musikerweg vorbei am Musikvereinshaus bis zur Kirche, wo wir links abbiegen. Nach einigen Metern lohnt sich ein Blick zurück zur Kirche und der darüber liegenden Ruine Klamm. Noch vor der nächsten großen Straßenkreuzung zweigt rechts ein Schotterweg ab (leicht zu übersehende Markierung), dem wir folgen. Wieder nach einigen Metern führt ein kleiner Pfad rechts weg vom Schotterweg und steiler bergab. Dieser Pfad endet schließlich unterhalb vom Bahnhof Klamm-Schottwien im asphaltierten Bahnhofweg. Hier bietet sich die Möglichkeit, die Wanderung zu beenden, oder natürlich auch zu beginnen: Der Zugang zu den Gleisen befindet sich auf der anderen Seite der Unterführung, wo sich auch eine Informationstafel zum Semmeringbahn-Bahnwanderweg findet.

Der Teilabschnitt Klamm-Schottwien Eichberg

Fotografie vom sogenannten Schneebergblick-Rastplatz Richtung Schneeberg in wunderschöner Herbstlandschaft

Schneebergblick

Von der Haltestelle aus folgt man dem geteerten Bahnweg in Serpentinen steil bergauf. Bei der Kreuzung hält man sich rechts und geht auf der asphaltierten Straße, dem Deiningerweg, weiter Richtung Osten. Bald kommt man an eine Kreuzung, an der sich der Bahnwanderweg teilt: Nach links führt der Weg Richtung Payerbach-Reichenau, allerdings folgt dieser Weg nicht der Bahn. Auch wenn der Weg nach rechts kaum Blicke auf die Trassenführung ermöglicht, soll dieser Weg hier beschrieben werden; er führt uns schließlich zur Haltestelle Eichberg. Nach wenigen Metern zweigt eine Schotterstraße, die zuerst über eine Wiese führt und dann im Wald verschwindet, rechts ab.
Fotografie vom Bahnwanderweg mit Blick auf den Semmering, im Vordergrund eine Baumgruppe, die sich im Föhn-Wind biegt, strahlend blauer Himmel und wunderschöne Herbststimmung

Semmeringbahn Bahnwanderweg

Auch hier sind die Wegweiser sehr mangelhaft. An jener Stelle, an der dieser Schotterweg in den Wald übergeht, befindet sich ein netter Rastplatz, der "Schneebergblick". Für die nächsten zwei Kilometer folgt nun ein zwar ereignisloser, aber trotzdem sehr idyllischer Teilabschnitt. Der Weg verläuft immer wenige Meter oberhalb der Bahntrasse, trotzdem bekommt man die Gleise nicht zu sehen. Nur das Donnern der vorbeifahrenden Züge verrät die Nähe zur Bahn.

Der Schotterweg endet schließlich an einer Asphaltstraße. Hier sollte man sich rechts halten und der geteerten Straße folgen. Ich wollte zuerst den nicht als privat gekennzeichneten Weg durch den Bauernhof nehmen, die Bäuerin hat mir aber unmissverständlich klar gemacht, was sie davon hält. Vom von ihr alternativ vorgeschlagenen Weg, der nördlich vom Bauernhof durch einen kleinen Wald führt, kann ich nur abraten.

Fotografie mit Blick von Eichberg nach Gloggnitz in einer wunderschönen Herbstlandschaft und blauem Himmel

Blick von Eichberg nach Gloggnitz

Er endet in dichtem Dornengestrüpp. Eine dritte Möglichkeit führt über steil abschüssigen Acker, ist also vor allem bei Nässe auch keine Alternative. Nach einer scharfen Linkskurve erreicht man auf der Asphaltstraße zwei Kreuzungen. Man achtet einfach immer darauf, die Bahntrasse nicht zu über- oder unterqueren, sondern immer westlich der Gleise zu bleiben. So folgt man schließlich wenige Meter neben der Bahn einem Schotterweg, der nach wenigen Metern in der Haltestelle Eichberg endet.

Fotografie von einer Waldstimmung in der Abendsonne mit goldfarbenen Blättern und interessantem Licht-Schatten-Spiel der Baumstämme am Weg nach Payerbach

Am Weg nach Payerbach

Bei der Haltestelle Eichberg kann man nun die Wanderung beenden, nach Gloggnitz absteigen oder den Weg Richtung Payerbach-Reichenau fortsetzen. Der Bahnwanderweg nach Payerbach bietet nur noch wenig Kontakt mit der Bahntrasse, vor allem sind keine großartigen Bauwerke mehr zu erwarten. Lediglich das Schwarza-Viadukt im Ort von Payerbach rechtfertigt den sonst vergleichsweise eher unattraktiven Weg. Der Weg nach Gloggnitz ist von der Aussicht her interessant, entfernt sich aber von der Bahntrasse und entspricht damit nicht mehr der Themenwanderung. Allerdings halten in Gloggnitz öfters Züge, als in Eichberg und vor allem zur Mittagszeit, wenn in Eichberg mitunter für Stunden kein Anschluss besteht, könnten sich die zwei Kilometer nach Gloggnitz auszahlen. Da diese Züge aus Payerbach kommen, gilt dies natürlich auch für jenen Ort, der allerdings von Eichberg wesentlich weiter entfernt ist, als Gloggnitz.

Zusätzliche Informationen

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