Semmering Bahnwanderweg Teil 1

Von in geografie

Fotografie vom Bahnwanderweg der Ghega-Semmeringbahn, links Bäume mit Laub im Herbstkleid, rechts ein Schienenabschnitt. Es fährt gerade ein Güterzug mit Containern vorbei. Strahlende Sonne und blauer Himmel.

Bahnwanderweg Ghega-Semmeringbahn

Einer der schönsten und geschichtlich interessantesten Wanderwege Österreichs ist bestimmt der Bahnwanderweg am Semmering entlang der Ghega-Semmeringbahn. Erstaunt darüber, dass der Weg auf OpenStreetMap bis auf derzeit ganz wenige Ausnahmen praktisch nicht verzeichnet ist, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, den Wanderweg zu kartografieren. Zwar weisen eigene Markierungen den Weg, an einigen Stellen sind diese aber, und damit auch die Route, schwer zu finden, weswegen ich hier meine eigene Wegbeschreibung anbieten möchte. Dieser Artikel behandelt den Abschnitt zwischen Semmering und Breitenstein, die anderen Abschnitte sollen folgen, allerdings jahreszeitbedingt wohl erst nächstes Jahr.

Grafik zeigt einen Teilabschnitt des Semmering-Bahnwanderwegs auf OpenStreetMap von der Haltestelle Semmering bis nach Breitenstein

Bahnwanderweg auf OSM

Zuvor jedoch noch eine Bemerkung zum Kartenabschnitt auf OpenStreetMap: Es sei mir gestattet zu behaupten, dass der derzeitige Datenstand im betroffenen Bereich teilweise noch recht ungenau ist. An manchen Stellen musste ich beim Einfügen des Wanderweges deswegen Kompromisse eingehen, um nicht anschließende Wege unbrauchbar zu machen, das heißt bestehende Wege etwas, aber nicht zu viel, anzupassen aber auch bei meinen GPS-Aufzeichnungen hie und da ein Auge zuzudrücken. Ich denke, so ist ein brauchbares Ergebnis entstanden.

Der Teilabschnitt Semmering Breitenstein

Fotografie zeigt den Kurort Semmering in der Ferne. Der Wald hat herbstlich gefärbte Blätter. Wegen dem Gegenlicht ist die Aufnahme leicht milchig und der Himmel nicht sonderlich blau

der Kurort Semmering

Bei der Entscheidung, in welche Richtung man diesen Abschnitt beschreiten möchte, sollte man die Fahrplanauskunft der ÖBB zu Rate ziehen. Üblicherweise halten in der Station Semmering mehr Züge, als in der doch kleineren Station Breitenstein. Davon ausgehend, dass sich, aufgrund unbekannter Wanderdauer, die Hinreise leichter planen lässt, als die Rückfahrt, ist es daher eventuell günstiger, von Breitenstein nach Semmering zu wandern, als umgekehrt. Zu überwindende Höhenmeter spielen wohl kaum eine Rolle, denn Breitenstein liegt lediglich 100 Meter tiefer, als Semmering (für eine Bahn ist das allerdings beachtlich). Üblicherweise sieht man Wanderer aber Richtung Breitenstein marschieren, darum werde auch ich hier den Weg von Semmering nach Breitenstein beschreiben. Jahreszeitlich ist der Weg jederzeit benützbar, solange er schnee- und eisfrei ist. Der Abschnitt in und aus dem Adlitz Graben kann nach längerem Regen schwer begehbar sein. Die gesamte Strecke ist mit dem Mountainbike gut befahrbar, mit Ausnahme des Waldstückes beim Adlitz-Graben-Viadukt, wo das Rad getragen werden muss. Ich persönlich rate jedoch davon ab, die Strecke mit dem Rad zu befahren. Die Station Semmering liegt auf fast 1.000 Meter, dementsprechend sollte die Bekleidung gewählt werden. Festes Schuhwerk ist zu empfehlen. Für das Waldstück nach dem Adlitz-Graben-Viadukt ist Trittsicherheit erforderlich.

Wegbeschreibung

Fotografie eines von der Sonne ausgebleichten Wegweisers des Semmering-Bahnwanderwegs mit Entfernungsangabe

Bahnwanderweg Wegweiser mit Entfernungsangabe

Vom Bahnsteig Semmering geht es die ersten 800m gleich entlang der Gleise Richtung Norden (siehe erstes Bild in diesem Artikel), vorbei an einem Kinderspielplatz (dem "Kinderbahnhof Semmering") bis zur zweiten Unterführung, mit der man die Gleise sicher unterschreitet. Den idyllischen Weg folgt man 250 Meter lang, bis er in eine Schotterstraße mündet, die linker Hand steil bergab führt. Nach etwa 600 Metern erreicht man die Station Wolfsbergkogel.

Fotografie des Wanderwegs zur Aussichtswarte Doppelreiterkogel. Idyllische Waldstimmung mit kräftigen Grüntönen, auf der rechten Seite ist eine Sitzbank zu sehen.

der Weg zur Aussichtswarte Doppelreiterkogel

Nun folgt man der Asphaltstraße einige Zeit steil bergauf, bis ein Weg rechts abzweigt, der genau am Kurhaus Semmering vorbeiführt. Die Abzweigung ist markiert. Man folgt dem Weg, der schließlich in einen Waldpfad übergeht, immer weiter Richtung Nordost, bis man die Aussichtswarte am Doppelreiterkogel erreicht, die einen Panoramablick auf das Bauwerk Ghegabahn ermöglicht.

20-Schilling-Blick

20-Schilling-Blick

Nach der Doppelreiterwarte sollte man unbedingt noch einen Abstecher zum "20-Schilling-Blick" machen, der mittlerweile gut beschildert und nur etwa 5 Minuten entfernt ist.

Von der Aussichtswarte geht man den Weg zurück zum Kurhaus und an der Rückseite desselben vorbei gelangt man wieder zur Hauptstraße. Man folgt nun der asphaltierten Straße einige Meter bergauf, bis man auf einer Anhöhe eine größere Kreuzung mit vielen Wegweisern erreicht. Geradeaus der Straße bergab folgend nimmt man die nächste Abzweigung rechts, um wenige Meter links in einen Waldweg abzubiegen. Diese paar Meter sind ebenso schwer zu beschreiben, wie zu finden. Man orientiert sich gerade hier am besten an einer Karte. Leider lassen die Wegweiser des Bahnwanderweges den Wanderer hier etwas im Stich, erst die Abbiegung in den Waldweg ist wieder markiert.

Der Waldweg verläuft nun etwa 600 Meter parallel der Straße, bis er wieder auf diese trifft. Der Straße folgt man nun rechts nur wenige Meter, bis wiederum rechts ein Schotterweg abzweigt, der an einigen Häusern vorbeiführt, in einen Forstweg übergeht und abschüssig wird. Schließlich erreicht man einen wunderschönen Aussichtspunkt mit Blick auf das Adlitz-Graben-Viadukt.

Das Viadukt durchschreitet man und hält sich nun einige Meter an der Straße bergauf. Schließlich wählt man den zweiten Schotterweg (der erste ist ein Privatweg), der zurück zum Viadukt führt. Linker Hand bietet sich eine Möglichkeit zu rasten und den vielen Zügen beim Überqueren des Viaduktes und Bewältigen der beachtlichen Steigung zuzusehen.

Fotografie vom vermeintlichen 20-Schilling-Blick aus aufgenommen. Im Hintergrund ist entfernt die Bergkette der Rax zu sehen. Der eigentliche Blick auf das Viadukt der Kalten Rinne ist durch hochgewachsene Bäume fast vollständig verstellt.

vermeintlicher 20-Schilling-Blick

Nun nimmt man den etwas beschwerlichen Anstieg in Angriff, der jedoch nach wenigen Minuten in einen sehr idyllischen Waldweg übergeht, immer den Gleisen Richtung Norden folgend. Neue, massive Lawinenverbauungen zeugen von einer für die Bahn ereignisreichen Vergangenheit. Nach etwa 800 Metern erreicht man einen weiteren Aussichtspunkt mit Blick Richtung Nordosten, Breitenstein und die Weinzettl-Wand. Eine Bank lädt hier zum Rasten ein. Nach einem kurzen Stück durch dichten Wald weitet sich der Weg zu einer Forststraße, die nochmals kurz bergauf führt. Danach erreicht man eine Stelle mit einer Informationstafel. Im Jahr 2010, als ich diesen Artikel verfasst habe, wurde diese Stelle noch als "der" 20-Schilling-Blick beschrieben. Mittlerweile ist dieser Irrtum korrigiert.

Nach diesem Ausblick geht der Forstweg in eine weitere Schotterstraße über, die in die "Kalte Rinne" hinab führt und schließlich an der Asphaltstraße nach Breitenstein endet, der man nach rechts für etwa 800 Meter folgt. Wer noch Zeit bis zum nächsten Zug hat sollte an der Kreuzung unbedingt die Blunzenwirtin besuchen. Von dort ist man dann in etwa 20 Minuten am Bahnhof. Wenn man sich Richtung Breitenstein immer links hält, findet man eine markierte Abkürzung durch den Wald. Der Bahnhof ist dann nicht mehr schwer zu finden.

Zusätzliche Informationen

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