iPhone OS 4 Upgrade mit Ubuntu

Von in netzthetik

Seit Lucid Lynx ver­bin­det Ubun­tu mit App­les iPho­ne ohne zusätz­li­ches Schrau­ben­dre­hen. Lei­der erspart das nicht den Ein­satz pro­prie­tä­rer Soft­ware, da sich iTu­nes bedau­er­li­cher­wei­se auf Mac OS oder Win­dows ver­steift. Wer die­sen Betriebs­sys­te­men sei­ne Hard­ware nur über eine vir­tu­el­le Umge­bung zur Ver­fü­gung stellt, soll­te beim Upgrade der iPhone-​Software lie­ber am Boden der Rea­li­tät blei­ben. Ich möch­te das aus leid­vol­ler Erfah­rung erläutern.

Beruf­lich ent­wick­le ich auf 10.04, pri­vat erfreue ich mich der Vor­tei­le Isa­do­ras, trotz­dem bleibt mir auf bei­den Sys­te­men der Ein­satz einer vir­tu­el­len Maschi­ne nicht erspart. Da jedoch Isa­do­ra mei­ne Hard­ware für Linux-​Verhältnisse außer­ge­wöhn­lich gut unter­stützt und die­se wie­der­um expli­zit für den Ein­satz als vir­tu­el­le Maschi­ne aus­ge­legt ist, war ich bis­lang nicht auf eine nati­ve Windows-​Installation ange­wie­sen. So admi­nis­trie­re ich mein iPho­ne seit Anfang Mai klag­los über die­ses Set­up und es gab für mich kei­nen Grund, es beim Upgrade des iPhone-​Betriebssystems auf Ver­si­on 4.0 anders zu machen. Das erwies sich jedoch als… zeitintensiv.

Tech­nisch beschrie­ben schleift Ubun­tu die USB-​Verbindung des Tele­fons durch und gibt sie an die vir­tu­el­le Maschi­ne wei­ter. Win­dows (hier XP) erkennt sie klag­los und über­gibt sie iTu­nes. Der Haken liegt in der Not­wen­dig­keit, das iPho­ne zu ent­rie­geln (Tastatur- und SIM-​Sperre) bevor man das USB-​Kabel ver­bin­det (sie­he auch Ubun­tu Doku­men­ta­ti­on Using an iPho­ne or iPod Touch with Ubun­tu and Kubun­tu). Das mag tri­vi­al erschei­nen. Bis man den Upgrade-​Prozess gestar­tet hat. Denn dann begin­nen die Din­ge kom­pli­ziert zu werden.

iTu­nes ver­setzt das iPho­ne in einen War­tungs­zu­stand und fährt es für einen Neu­start her­un­ter. Für die Fort­set­zung der Instal­la­ti­on ist jedoch eine erneu­te, bezie­hungs­wei­se bestehen­de Ver­bin­dung zu iTu­nes von­nö­ten, ein ein­deu­ti­ger und end­lo­ser Hin­weis am Telefon-​Display lässt dar­über kei­ne Zwei­fel auf­kom­men. In besag­tem War­tungs­mo­dus gelingt es jedoch Ubun­tu nicht mehr, Kon­takt mit dem Gerät auf­zu­neh­men, das Signal kann nicht mehr an die vir­tu­el­le Maschi­ne wei­ter­ge­ge­ben wer­den und die Instal­la­ti­on befin­det sich in einer Sack­gas­se ohne Umkehrmöglichkeit.

Jetzt kann nur noch ein nati­ves Win­dows oder Mac OS hel­fen. Aller­dings führt auch hier kein Weg an einem kom­plet­ten Zurück­set­zen des Tele­fons vor­bei, was das Löschen aller Daten und Ein­stel­lun­gen zur Fol­ge hat. Ich schätz­te mich glück­lich, (aus­nahms­wei­se) vor dem Upgrade-​Vorgang ein Back­up gezo­gen zu haben, wes­we­gen mich der Reset nicht son­der­lich schmerz­te (womit wir wie­der bei „zeit­in­ten­siv“ wären, denn das Ein­spie­len des Back­ups benö­tigt sei­ne Zeit). Ein Daten­ver­lust wäre aber auf jeden Fall unan­ge­neh­mer gewesen.

So bleibt die vage Hoff­nung, dass sich Apple sei­ner Wur­zeln besinnt und eine iTunes-​Linux-​Version ent­wi­ckelt. Wenn man sich schon zu einer Windows-​Version her­ab­ge­las­sen hat…

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