Ubuntu, VirtualBox und der USB

Von in linux

Ich habe mich bis­her nicht um den USB in einer vir­tu­el­len Umge­bung geküm­mert, heu­te muss­te ich jedoch ein wich­ti­ges Pro­gramm auf mei­nem Han­dy instal­lie­ren. Weil jene Soft­ware, die mir das Pro­gramm am Han­dy ein­rich­ten soll­te, selbst­ver­ständ­lich nur für Win­dows erhält­lich ist, war es für mich an der Zeit, mich end­lich um das Durch­rei­chen der Ver­bin­dung über Ubun­tu in die Vir­tu­al­Box zu küm­mern. Weil ich mich jedoch durch vie­le nicht funk­tio­nie­ren­de Anlei­tun­gen aus dem Inter­net wüh­len muss­te, bis end­lich eine sta­bi­le Ver­bin­dung stand, möch­te ich hier mei­ne Ein­stel­lun­gen wei­ter­ge­ben; viel­leicht nüt­zen sie jeman­dem.

Ein wich­ti­ger Hin­weis vor­weg: Es sind Ände­run­gen an Sys­tem­ein­stel­lun­gen erfor­der­lich, man soll­te also Vor­sicht wal­ten las­sen. Ich über­neh­me kei­ne Haf­tung für Schä­den an Soft- und Hard­ware.

Die von mir wie­der­ge­ge­be­nen Ein­stel­lun­gen haben auf fol­gen­dem Sys­tem zu einer erfolg­rei­chen Ver­bin­dung mit einer USB-​Schnittstelle geführt (voll­stän­di­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on mit mei­nem Han­dy zum Flas­hen und Instal­lie­ren von Pro­gram­men):

Ubuntu 9.10
VirtualBox 3.0.12 \*
Windows XP (Service Pack 3) in der virtuellen Umgebung.

\* Ich emp­feh­le, die Vir­tu­al­Box nicht aus der Paket­ver­wal­tung zu instal­lie­ren, son­dern sich das .deb-​Paket von der Sei­te virtualbox.org zu besor­gen: Der “Kar­mic Koa­la” bie­tet zwar bereits die (der­zeit) aktu­ells­te Ver­si­on der Vir­tu­al­Box an, ich glau­be mich aber zu erin­nern, dass in älte­ren Ubuntu-​Versionen nur die OSE-​Version der Vir­tu­al­Box aus­wähl­bar ist, in wel­cher der USB nicht funk­tio­niert!

Wenn man nun die Vir­tu­al­Box star­tet (das Pro­gramm, nicht eine Vir­tu­el­le Maschi­ne!), kann man nach ange­wähl­ter vir­tu­el­len Maschi­ne (Win­dowsXP) und einem Klick auf “Ändern” auf der lin­ken Fens­ter­sei­te “USB” aus­wäh­len. Dar­auf­hin kön­nen rechts die USB-​Kontroller akti­viert wer­den. Anschlie­ßend wür­de man einen Fil­ter hin­zu­fü­gen, aber hier unter­bre­chen wir jetzt, denn auch wenn die Vir­tu­al­Box ein USB-​Gerät kor­rekt erken­nen und es uns aus­wäh­len las­sen wür­de, es wäre in der hoch­ge­fah­re­nen vir­tu­el­len Maschi­ne nicht vor­han­den.

Es feh­len zwei ganz ent­schei­den­de Din­ge:
Ers­tens müs­sen die Grup­pen­rech­te ange­passt wer­den.
Hier zunächst die Ände­rung über die Kon­so­le. Wer möch­te, kann die Ein­stel­lung aber auch über die gra­fi­sche Ober­flä­che täti­gen (Erklä­rung gleich im Anschluss).
Zuerst öff­net man in der Kon­so­le das File /​etc/​group:

vim /etc/group

Dann sucht man jene Zei­le, die mit “vboxu­s­ers” beginnt. Sie sieht in etwa so aus:

vboxusers:x:122:

Es kann vor­kom­men, dass an letz­ter Stel­le bereits ein User steht, wich­tig ist, dass hier jener User gelis­tet ist, mit dem man schließ­lich die vir­tu­el­le Maschi­ne mit USB-​Unterstützung betrei­ben möch­te. Die rich­ti­ge Syn­tax wäre

vboxusers:x:122:ein_user,noch_ein_user,ein_dritter_user

Bevor wir das File spei­chern und schlie­ßen, notie­ren wir uns noch die Zahl nach dem “x” (hier die 122). Es ist die Gruppen-​ID, die wir spä­ter noch benö­ti­gen.

Über die gra­fi­sche Ober­flä­che lässt sich die Ein­stel­lung fol­gen­der­ma­ßen täti­gen:
Sys­tem -> Sys­tem­ver­wal­tung -> Benut­zer und Grup­pen. Damit hier Ände­run­gen durch­ge­führt wer­den kön­nen, müss­te man als “Root” ange­mel­det sein. Das geschieht unter “zum Bear­bei­ten ankli­cken” (ein Klick auf den Schlüs­sel­bund) und anschlie­ßen­der Root-​Passworteingabe. Anschlie­ßend klickt man auf “Grup­pen ver­wal­ten”. Im sich öff­nen­den Fens­ter scrollt man in der Lis­te bis zum Ein­trag “vboxu­s­ers”, den man dop­pel­klickt. Schließ­lich wählt man jenen User an, mit dem die vir­tu­el­le Maschi­ne mit USB-​Unterstützung betrie­ben wer­den soll. Ach­tung! Die unter “Grup­pen­ken­nung” ange­ge­be­ne Zahl ent­spricht auf mei­nem Sys­tem nicht der (spä­ter noch benö­tig­ten) Gruppen-​ID. Man soll­te sich hier trotz der gra­fi­schen Ober­flä­che der Kon­so­le bedie­nen, in der man am bes­ten fol­gen­den simp­len Befehl ein­gibt:

id

Denn so kann man sich ers­tens davon über­zeu­gen, dass man in der rich­ti­gen Grup­pe (näm­lich der “vboxu­s­ers”) ein­ge­tra­gen ist und zwei­tens wel­che ID die­se hat.

Zwei­tens: Nach­dem nun der User der Grup­pe “vboxu­s­ers” zuge­ord­net ist, kann die USB-​Verbindung in die Datei fstab ein­ge­tra­gen wer­den. Dazu öff­net man besag­te Datei in der Kon­so­le

sudo vim /etc/fstab

und trägt fol­gen­de Zei­le ein:

none /proc/bus/usb usbfs devgid=XXX,devmode=664 0 0

wobei “XXX” für die zuvor aus­fin­dig gemach­te Gruppen-​ID steht.
Ein anschlie­ßen­des

mount -a

lädt die Ände­rung der fstab (und erspart einen Neu­start).

Jetzt soll­ten akti­ve USB-​Verbindungen in der Vir­tu­al­Box ange­zeigt wer­den, aus­wähl­bar und in der hoch­ge­fah­re­nen vir­tu­el­len Maschi­ne ver­füg­bar sein.

Übri­gens: Wenn bei lau­fen­der vir­tu­el­len Maschi­ne USB-​Geräte ange­steckt wer­den (Hot­plug­ging), müs­sen sie in der Sys­tem­steue­rung der Vir­tu­al­Box erneut “aus­ge­wählt” wer­den (Check­box anha­ken).

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