Happy birthday, ikariusBlog

Von in netzthetik

Der ika­ri­us­Blog fei­ert in die­sem Monat sei­nen zwei­ten Geburts­tag. Zeit für einen ana­ly­ti­schen Rückblick.

Einen Blog (laut Duden ist die mas­ku­li­ne Ver­wen­dung mög­lich) zu füh­ren ist nicht ein­fach. Neben der The­men­wahl muss man sich über recht­li­che Aspek­te Gedan­ken machen, sich mit tech­ni­schen Pro­ble­men her­um­schla­gen und mit Kri­tik umge­hen kön­nen. Kom­men­ta­re mögen, ob posi­tiv oder nega­tiv ist eher neben­säch­lich, vom Blog­ger gewollt oder unge­wollt sein, erfor­dern aber eine stän­di­ge Prä­senz, weil man für frem­de Bei­trä­ge eine gewis­se recht­li­che Ver­ant­wor­tung über­nimmt. Es fal­len einem zwar stän­dig neue The­men ein, über die man ger­ne schrei­ben wür­de, setzt man sich jedoch kri­tisch mit deren Sinn­haf­tig­keit und aus den durch sie resul­tie­ren­den Reak­tio­nen aus­ein­an­der, lässt man schnell wie­der von ihnen ab. So trägt man einen stän­di­gen Kampf mit sich und der Welt aus, der aus einem ein­zi­gen Grund nicht gewon­nen wer­den kann: Man kann es nicht jedem recht machen.

Und gera­de Letz­te­res kann einen Blog zur Quel­le tie­fer Depres­sio­nen machen. Nun gut, so schlimm ist es nicht, sonst wäre die­ser Blog nicht zwei Jah­re alt gewor­den. Trotz­dem glau­be ich manch­mal Rosi­nan­te zu rei­ten. Nach einem nei­di­schen Blick auf die end­los lan­ge Kom­men­ta­ren­lis­te ande­rer Blogs stel­le ich mir immer wie­der die Fra­ge, was ich bes­ser machen könn­te. Nach einem Blick auf die inhalt­li­che Qua­li­tät die­ser Fül­le an Kom­men­ta­ren über­fällt mich dann aber auch gleich wie­der die Panik und es gab auch Zei­ten, da ward jeg­li­che Kom­men­tar­funk­ti­on im Blog gesperrt. Ich ver­tre­te übri­gens die Ansicht, dass qua­li­ta­tiv höher­wer­ti­ge Bei­trä­ge weni­ger Kom­men­ta­re erhal­ten, als ihre gedan­ken­los hin­ge­schmier­te Pen­dants, allei­ne schon, weil letz­te­re mehr Kon­flikt­po­ten­zi­al aufweisen. 

Außer­dem wer­den Kom­men­ta­re über­be­wer­tet. Schließ­lich ist das hier kei­ne Demo­kra­tie, son­dern ein Blog. Auf­grund der unglaub­li­chen Anzahl von Blogs im Inter­net beträgt die tat­säch­li­che Zeit, die ein Besu­cher auf der jewei­li­gen Web­sei­te ver­bringt, weni­ge Sekun­den (dazu spä­ter mehr). Wer da ein paar Wor­te zurück lässt tut dies meist nur, weil ihn ein Bei­trag ent­we­der extrem auf­regt, oder weil er es bes­ser weiß und das der Leser­schaft mit­tei­len muss. Anders betrach­tet geht jeder, der nicht ver­bal in den Kommentar-​Bereich rein­rotzt, mit dem Inhalt mehr oder weni­ger d’accord. Kom­men­ta­re kön­nen also sehr zwei­schnei­dig sein.

Inhalt­lich hat sich in den zwei Jah­ren eini­ges getan. Zwar zie­he ich nach wie vor gern über die eine oder ande­re Pro­ble­ma­tik her, bin aber sicher gemä­ßig­ter gewor­den. Von den knapp 100 Bei­trä­gen habe ich sogar sechs wie­der off­line genom­men (aller­dings nicht gelöscht. Die Chan­ce besteht, dass ich sie wie­der ein­mal publi­zie­re). Der Haupt­grund dafür war, dass sie ihre Aktua­li­tät ver­lo­ren hat­ten, aller­dings im kri­ti­schen Sinn. Ich kann dies lei­der nicht näher aus­füh­ren. Wich­tig ist mir nur die Fest­stel­lung, dass ich sie ohne äuße­ren Ein­fluss vom Netz genom­men habe.

Höchst inter­es­sant gestal­te­te sich eine von mir durch­ge­führ­te anony­mi­sier­te Besu­cher­sta­tis­tik (kei­ne Spei­che­rung von IPs oder der­glei­chen), die mir auf­zeig­te, wel­cher Bei­trag wie lan­ge betrach­tet wur­de und wie der Besu­cher den Arti­kel auf­ge­fun­den hat (Refer­rer). Dabei liegt, mit gro­ßem Abstand zum zwei­ten Platz, mein Ers­te Hil­fe Test an unum­strit­te­ner ers­ter Posi­ti­on. Der Test bringt mir Besu­cher­zah­len, die man sich als Web­sei­ten­be­trei­ber nur wün­schen kann. Und, denn dar­auf kommt es letzt­end­lich an, die­se Besu­cher sind beson­ders wert­voll, weil sie durch­schnitt­lich über zehn Minu­ten (!) auf der Web­sei­te ver­wei­len. Erwäh­nens­wert fin­de ich hier auch noch, dass meh­re­re, aber nur deut­sche, Uni­ver­si­tä­ten unter­richts­be­glei­tend auf mei­nen Test ver­wei­sen (unter ande­rem die Friedrich-​Alexander-​Universität Erlangen-Nürnberg).

An zwei­ter Posi­ti­on liegt zwei­fel­los der Arti­kel “Strah­len­des Erbe”, der eben­falls mehr­mals täg­lich auf­ge­ru­fen und, betrach­tet man hier die Ver­weil­dau­er, auch gele­sen wird.

Danach fällt noch der Arti­kel “High­le­vel High­lights” auf, der übri­gens auch ein Jubi­lä­um fei­ert: Ich aktua­li­sie­re ihn seit einem Jahr und die Besu­cher­zah­len geben mir Recht: Ich schei­ne hier den gesam­ten Wie­ner wie Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Raum mit Infor­ma­tio­nen zur Fort­bil­dung in der Sani­täts­hil­fe zu ver­sor­gen. Und das wie­der­um bestä­tigt mei­ne Inten­ti­on zu bewei­sen, dass sehr wohl Bedarf für die­se The­ma­tik besteht und wel­che Fol­gen es hat, wenn man sei­ne Kli­en­tel durch Des­in­for­ma­ti­on im Regen ste­hen lässt (Sie sehen schon: Infor­ma­ti­on und Kri­tik lie­gen oft sehr nahe beieinander).

Was mich etwas betrübt ist die Tat­sa­che, dass gut 90% mei­ner Besu­cher durch die Ver­wen­dung einer Such­ma­schi­ne zu mir fin­den. Das schmei­chelt zwar der von mir ver­wen­de­ten Blog­soft­ware “Seren­di­pi­ty”, zeigt aber auch, dass ich nur über eine ver­schwin­dend gerin­ge Anzahl an Besu­chern ver­fü­ge, die mei­ne Web­sei­te regel­mä­ßig auf­ru­fen. Das lie­ße sich mit popu­lis­ti­sche­ren The­men behe­ben, ich will aber den ika­ri­us­Blog nicht zu einem “just-​another-​blog” ver­kom­men las­sen. Womit wir wie­der bei der Schwie­rig­keit der The­men­wahl ange­langt wären.

Schließ­lich fin­den noch erstaun­lich vie­le Inter­net­sur­fer, etwa 50%, durch die Bil­der­su­che von Goog­le, Yahoo und Kon­sor­ten auf mei­ne Sei­ten. Das sind die klas­si­schen “Sekunden-​Besucher”, viel­leicht auch, weil ein Groß­teil aus anders­spra­chi­gen Län­dern stammt.

Wie es mit dem Blog wei­ter­ge­hen wird, weiß ich noch nicht. In letz­ter Zeit hat­te ich etwas mit destruk­ti­ver Kri­tik und Beschimp­fun­gen der Kate­go­rie Schlau­mei­er, Bes­ser­wis­ser und Wich­tig­tu­er zu kämp­fen (wel­che ich nicht ein­mal ent­kräf­ten mag), was zum Stel­len der “Sinn­fra­ge” führ­te (Beschimp­fun­gen die­ser Art kom­men meist aus diver­sen Foren, wo sich Auto­ren in anony­mer Sicher­heit wie­gen. Gar nicht sel­ten liest man hier klag­wür­di­ge Belei­di­gun­gen). Mit der Idee des “Schwanks” (sie­he Arti­kel “Im Cafe Bauch­stich”) habe ich mög­li­cher­wei­se einen Aus­weg aus die­ser Kri­se gefun­den. Ich möch­te die Idee unbe­dingt aus­bau­en, man wird sehen, was dar­aus ent­steht. Den ika­ri­us­Blog wird es auf jeden Fall mor­gen auch noch geben. Und dar­über hinaus.

In die­sem Sin­ne: Hap­py bir­th­day, ikariusBlog!

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