Ruft mir nicht die Rettung!

Von in gesundheit

Neu­lich im Kurier (4.7.2007, Sei­te 10):

[…] Ein Ret­tungs­ein­satz kos­tet 450 Euro, wel­che dem Anru­fer ohne Not­fall in Rech­nung gestellt werden. […]

Kei­ne Sor­ge, so schlimm ist es noch nicht. In dem zitier­ten Arti­kel geht es dar­um, dass offen­bar für Trans­por­te, die auch von einem Taxi- bzw. Kran­ken­trans­port­un­ter­neh­men durch­ge­führt wer­den könn­ten, oft­mals die Ret­tung in Anspruch genom­men wird, so zum Bei­spiel für Fahr­ten zu einer Kon­troll­un­ter­su­chung. Es soll ja Fäl­le geben, wo die Sani­tä­ter geru­fen wur­den, um eine Glüh­bir­ne zu wechseln.

Jetzt ist der Arti­kel im Kurier ja nicht so ohne. Man muss sich zumin­dest die Fra­ge gefal­len las­sen, wie es denn so weit kom­men konn­te. Wie bereits von mir im Arti­kel „SVB rät zum Zivil­pro­zess gegen Erst­hel­fer“ vom 24. Juni in die­sem Blog beschrie­ben, kann ja nicht der Anru­fer über das ein­ge­setz­te Ret­tungs­mit­tel ent­schei­den. Somit kann er auch nicht zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den, wenn etwas in der Dis­po­si­ti­on schief läuft. Vor­aus­ge­setzt natür­lich der Anru­fer gibt nicht wis­sent­lich fal­sche Infor­ma­tio­nen weiter.

Wenn man aber weiß, dass die Not­fall­ret­tung im Gegen­satz zum Kran­ken­trans­port, zumin­dest bei der Gebiets­kran­ken­kas­se, nicht gede­ckelt ist, kann man davon aus­ge­hen, dass der Gemein­de ver­mehr­te Aus­fahr­ten nicht unrecht sind. Also schlie­ße ich ein­mal bein­hart, dass der Arti­kel nicht von der Gemein­de initi­iert wur­de, auch wenn der Arti­kel mit den Worten 

Unse­re Ret­tung ist kein Taxi mit Blaulicht

beginnt. Das wäre näm­lich so, als wür­de ein Ver­käu­fer pro Per­son nicht mehr als eine Toma­te abge­ben, damit ihm nicht gar die Ware ausginge.

Eigent­lich riecht das mehr nach Gebiets­kran­ken­kas­se. Was ja nicht wei­ter schlimm wäre, wür­de man es nicht schon wie­der ver­kehrt her­um anfas­sen. Anschei­nend haben die vie­len Strei­te­rei­en mit den Ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen in der Ver­gan­gen­heit nicht gefruch­tet, dar­um geht man jetzt auf das schwächs­te Glied los. In besag­tem Arti­kel beschwert man sich über Anru­fer, die undif­fe­ren­ziert ob Not­fall oder nicht die 144 wäh­len. Was also wirk­lich ein Höl­len­pro­blem dar­stellt, weil man offen­bar jeman­dem, der unter 144 zum Bei­spiel nach der Zeit fragt, qua­si zwang­haft einen Not­arzt schi­cken muss. Da kann einem die Gemein­de schon leid tun.

Anstatt sol­che unqua­li­fi­zier­ten Äuße­run­gen, der Anru­fer bekä­me etwas in Rech­nung gestellt (abso­lu­tes „No-​No“ in der Ers­ten Hil­fe), in Zei­tun­gen zu ver­öf­fent­li­chen, könn­te man der Bevöl­ke­rung ja ein­mal die Num­mern der Taxi- und Kran­ken­trans­port­un­ter­neh­men näher brin­gen. Und das will ich hier­mit tun. (Lis­te ohne Anspruch auf Rich­tig­keit und Voll­stän­dig­keit. Auszug)

  • bekann­te Taxiunternehmen
    • 60 1 60 WIHUP Taxi­ser­vice Ges.m.b.H.
    • 31 300 Funk Taxi Ver­mitt­lungs Ges­mbH & Co KG
    • Taxi 40 100 Taxi­funk­zen­tra­le GmbH
    • Taxi-​Funk 81 400
  • Kran­ken­trans­port­un­ter­neh­men
    • Die Johan­ni­ter, Tel.: 47 600
    • Arbei­ter Sama­ri­ter Bund, Tel.: 89 144
    • Mal­te­ser Hos­pi­tal­dienst, Tel.: 01 53635, oder über die Johanniter
    • Grü­nes Kreuz Ambu­lan­ce, Tel.: 01 767 88 99
    • Sozi­al­me­di­zi­ni­scher Dienst, Tel.: 01 317 03 00
    • GWS Kran­ken­be­för­de­rung Ges.m.b.H., Tel.: 01 699 96 68
    • San­trans Ges.m.b.H., Tel.: nicht eruierbar
    • Rotes Kreuz, Tel.: 050 144

Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass auch trotz dem Arti­kel im Kurier immer noch gilt: Bei einem Not­fall nut­zen Sie bit­te nur die Notrufnummern:

  • 122 Feu­er­wehr
  • 133 Poli­zei
  • 144 Ret­tung

So wer­den nur Tele­fo­na­te über die Not­ruf­num­mern auf Ton­band auf­ge­zeich­net (was für even­tu­el­le Gerichts­ver­hand­lun­gen wich­tig ist) und nur bei den Not­ruf­num­mern besteht Garan­tie auf mög­lichst schnel­le Hilfe!

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