Öha, schon wieder?

Von in politik

Es ist schon bezeich­nend, dass es im Vor­feld einer Wahl nicht dar­um geht, wer, son­dern ob über­haupt gewählt wer­den wird. Und wenn es sich um eine Wahl­be­tei­li­gung von mög­li­cher­wei­se unter 30 Pro­zent han­delt, könn­te man schon ansatz­wei­se erwar­ten, dass sich irgend­wer laut dar­über Gedan­ken macht, war­um sich so vie­le Eli­tär­den­ker die­ses Lan­des der Stimm­ab­ga­be ver­wei­gern. Und nicht dass.

Per­sön­lich fin­de ich es schlicht­weg dumm, sei­ne demo­kra­ti­schen Rech­te nicht wahr­zu­neh­men. Aber ist es wirk­lich übel­nehm­bar, wenn Den­ker Len­ker der Nati­on das Dun­kel­blaue vom Him­mel ver­spre­chen und dann das Pech­schwar­ze prak­ti­zie­ren, dass sich Kreu­zerl­be­rech­tig­te lie­ber ins Koma sau­fen, als mit dem dicken Stu­den­ten­aus­weis und dem picka­ten Wahl­zu­ckerl in der einen und dem rin­na­ten Wahl­ku­li in der ande­ren Hand im Ein­ser­rei­he­ste­hen üben? Obwohl zuge­ben ich muss, dass sich die Län­ge der War­te­schlan­gen in den letz­ten Jah­ren bekann­ter­ma­ßen in Gren­zen gehal­ten hat. Bis jetzt hat das Zucki immer noch bis zum Ver­las­sen des Gebäu­des gereicht. Nur ein­mal nicht, weil der beschis­se­ne Wahl­ku­li sein Ver­spre­chen nicht gehal­ten hatte.

Aber dies­jäh­rig fürch­te ich eine nur schürf­wund­ar­ti­ge Tan­gie­rung, bzw. eine nicht ver­sor­gungs­wür­di­ge Unter­küh­lung. Weil mich das Kas­per­le­thea­ter heu­er nicht erwärmt. Die Zustän­de in der Poli­tik sind so sur­rea­lis­tisch, dass es tat­säch­lich, so trau­rig das auch sein mag, mehr Sinn macht, nicht zu wäh­len, als bei die­ser Volks­ver­ar­sche hut­ab­la­ge­de­ko­ra­ti­ons­ar­tig mitzunicken.

Apro­pos Kacke: Inun­se­r­er­schö­nen­stadt, also, in Wien habe ich eines die­ser tol­len „Ein Sackerl für mein Gackerl“ – Taferln gese­hen, das ver­sank buch­stäb­lich in Schei­ße. Wahr­schein­lich war das ein stil­ler Pro­test eines scharf mit­den­ken­den Mit­bür­gers dar­über, dass es weit und breit eben kein Sackerl für sein Gackerl gege­ben hat­te. Viel­leicht hat sich aber das Hun­derl auch ein­fach nur gedacht „drauf g’schiss’n“. Womit sich der Kreis die­ses heu­ti­gen Arti­kels schließt. 

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