Staus werden erträglicher

Von in allgemein, verkehr, wien

Stel­len Sie sich vor, Sie wären in einer nicht gera­de klei­nen Stadt für den Ver­kehr ver­ant­wort­lich und stün­den vor einer sich gra­vie­rend zuspit­zen­den Situa­ti­on. Die Stadt ver­fügt zwar über ein aus­ge­klü­gel­tes, moder­nes und bes­tens funk­tio­nie­ren­des öffent­li­ches Ver­kehrs­we­sen (wel­ches noch lan­ge nicht rest­los aus­ge­las­tet ist), der Indi­vi­du­al­ver­kehr ist aber am bes­ten Weg, die Res­sour­cen zu spren­gen. Ver­kehrs­mel­dun­gen über Staus, schwe­re Ver­kehrs­un­fäl­le und ver­stopf­te Haupt­ver­bin­dun­gen ste­hen an der Tages­ord­nung. Die Pro­gno­sen sehen düs­ter aus. Kei­ner kann sich vor­stel­len, wie bei dem der­zei­ti­gen Wachs­tum der Ver­kehr auf z.B. der Süd­ost­tan­gen­te in fünf Jah­ren (!) aus­se­hen wird.

Und inmit­ten die­ses bevor­ste­hen­den Cha­os haben sie die ret­ten­de Idee: Sie erhö­hen den Fahr­preis für den öffent­li­chen Ver­kehr um 13% (in Wor­ten: Drei­zehn!). Eine Fahrt mit öffent­li­chem Ver­kehrs­mit­tel für die Distanz einer Sta­ti­on ist dann schon ab 1,70 Euro erhält­lich. Die Monats­kar­te ist für knap­pe 50 Euro zu haben.

Die Idee bringt auch ordent­lich Kne­te, angeb­lich 38 Mil­lio­nen Euro. Damit las­sen sich dann neue Straßen- und U-​Bahnzüge, neue Gara­gen und „Grün­wel­len“ kau­fen. (Anmer­kung: Um 38 Mil­lio­nen Euro bekommt man gera­de ein­mal 4 U-Bahnzüge).

Der volks­wirt­schaft­li­che Scha­den durch Staus wird mit vie­len, vie­len Mil­lio­nen Euro bezif­fert. Es ver­geht kein Tag, an dem wir nicht etwas über den über­mä­ßi­gen CO2-​Ausstoß lesen. Es ver­geht kein Tag, an dem wir nicht von den nahe­zu erschöpf­ten Ölre­ser­ven hören. Es ver­geht kein Tag, an dem wir uns nicht mit sol­chen Bana­li­tä­ten wie „Licht am Tag“ die Zeit ver­trei­ben. Und mit­ten in dem all­täg­li­chen Ver­kehrs­still­stand auf der A23 tönt es flo­ckig, und zeit­stra­te­gisch per­fekt gewählt, aus dem Radio: Die Fahr­prei­se für den öffent­li­chen Ver­kehr wer­den um 13% erhöht. Na, da fällt einem das Stau­en ja gleich viel leichter!

Quel­le zum Nach­le­sen: kurier.at

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