Typewriter

Nach einer Ent­wick­lungs­zeit von einem Monat ist der “iBlog Typewri­ter” für ein ers­tes Release fer­tig. Sie woll­ten schon immer ein­mal Ihre Fin­ger­fer­tig­keit auf der Tas­ta­tur tes­ten und sich mit ande­ren mes­sen? Dann zögern Sie nicht lange und grei­fen Sie in die Tas­ten! Der “iBlog Typewri­ter” gibt Ihnen den Text vor und bewer­tet Ihre Anschlagsleistung.

Für ganz Eilige nenne ich gleich hier den Link zum Typewri­ter:
Typewri­ter in eige­nem Fens­ter öffnen.

Just ano­ther Schreib­pro­gramm?
Mehr oder weni­ger durch Zufall bin ich beim Sur­fen im Inter­net auf diese Seite gesto­ßen, einem Geschwin­dig­keits­test für das Maschi­nen­schrei­ben. Beim Aus­pro­bie­ren ist mir ziem­lich schnell der Gedanke gekom­men, ein eige­nes Pro­gramm zu schrei­ben und dabei ein paar Fea­tures zu imple­men­tie­ren, die ich für sinn­voll halte:

Die Vor­lage ist ein lite­ra­ri­scher Text und nicht eine will­kür­li­che Anein­an­der­rei­hung von Wör­tern. Viele, wenn nicht alle Pro­gramme im Inter­net kön­nen dies nicht bie­ten. Was aber nicht ganz ein­zu­se­hen ist, weil das Schrei­ben von Sät­zen “natür­li­cher”, lehr­rei­cher und lus­ti­ger ist.

Das Pro­gramm gibt falsch geschrie­bene Wör­ter als sol­che aus. Schließ­lich möchte ich wis­sen, wobei ich mich ver­tippt habe.

Ein Punkt mar­kiert den nächs­ten ein­zu­ge­ben­den Buch­sta­ben. Wen das stört, der kann das Fea­ture deaktivieren.

Die Feh­ler­be­rech­nung ist an den Bewer­tungs­schlüs­sel der Deut­schen Industrie-​​ und Han­dels­kam­mer ange­lehnt. Ich hatte mir hier zu Beginn ein stol­zes Ziel gesetzt, um wäh­rend der Umset­zung ein­zu­se­hen, dass diese The­ma­tik doch ein wenig kom­ple­xer ist, als ange­nom­men. Das eigent­li­che Pro­blem dabei ist nicht, zu ent­schei­den, ob ein ein­zel­ner Buch­stabe rich­tig ein­ge­ge­ben wurde, son­dern wann und ob nach einer fal­schen Ein­gabe rich­tige Anschläge fol­gen, und das in jeder mög­li­chen Kom­bi­na­tion. Das ist schon recht kom­pli­ziert; die Mög­lich­kei­ten poten­zie­ren sich aber, wenn man bei der Ein­gabe die fal­sche Anzahl an ein­ge­ge­be­nen Zei­chen mit berück­sich­tigt. Und hier erreichte ich dann den Punkt, an dem ich kapi­tu­lierte. Ich hatte näm­lich mit einem ande­ren Pro­blem zu kämp­fen: Der Per­for­mance. Ange­nom­men, ein (sehr geüb­ter) Pro­band leis­tet in der Minute 600 Tas­ten­an­schläge, so muss das Pro­gramm (sprich die JavaScript-​​Engine des jewei­li­gen Brow­sers) in der Sekunde 10 Buch­sta­ben ver­glei­chen (aller­dings poten­ziert sich hier der Abgleich, wenn ein fal­sches Zei­chen ein­ge­ge­ben wurde, denn: es könn­ten auch ein­fach Buch­sta­ben aus­ge­las­sen wor­den sein und das Pro­gramm muss nun ent­schei­den, ob das zu schrei­bende Wort viel­leicht an einer spä­te­ren Stelle kor­rekt wei­ter­ge­schrie­ben wird) und ein bis drei Worte pro Sekunde mit­tels Bewer­tungs­schlüs­sel berech­nen und even­tu­ell im Text mit der fal­schen Ein­gabe aus­tau­schen. Und das Ganze ohne dabei die Ani­ma­tion der Buch­sta­ben­mar­kie­rung zu stö­ren. Bei mei­nen vie­len Tests und Expe­ri­men­ten fiel mir aber auch auf, dass man auf viele “theo­re­ti­sche” Mög­lich­kei­ten der Berech­nung ver­zich­ten kann, weil sie bei seriö­sen Ein­ga­ben nicht vor­kom­men. Lange Rede, kur­zer Sinn: Die Feh­ler­be­rech­nung ist sicher nicht per­fekt, funk­tio­niert aber, wenn man nicht absicht­lich Ein­ga­ben pro­du­ziert, die im “nor­ma­len” und zu erwar­ten­den Schreib­fluss nicht zu erwar­ten sind. Ich habe ledig­lich ein paar Sper­ren ein­ge­baut, die das bewusste Ver­fäl­schen des End­er­geb­nis­ses und damit der Tabelle ver­hin­dern sollen.

Die Text­vor­lage ändert sich nach einem vor­ge­ge­be­nen Algo­rith­mus. Ich habe außer­dem die Text­stel­len fol­gen­der­ma­ßen geän­dert: Alle Anfüh­rungs­zei­chen wur­den ent­fernt, alle “ß” wur­den nach der Regel der letz­ten deut­schen Recht­schreib­re­form in “ss” umge­wan­delt und “schwie­rige” und den Schreib­fluss stö­rende Zei­chen, wie zum Bei­spiel der Gedan­ken­strich, wur­den ent­fernt oder aus­ge­tauscht (zum Bei­spiel mit einem Beistrich).

Son­der­zei­chen
Heute (9.11.2010) habe ich nach Anre­gung von Peter Eniss (siehe Kom­men­tare) das Ver­hal­ten bei Son­der­zei­chen ver­än­dert. Fol­gende Buch­sta­ben kön­nen alter­na­tiv ein­ge­ge­ben wer­den: ß -> s (kein dop­pel­tes s!); ä -> a; ö -> o; ü -> u. Ich halte es nicht für sinn­voll, anstatt z.B. “ä” die Ein­gabe von “ae” zu ermög­li­chen, weil es den Schreib­fluss zu sehr stö­ren würde und die Berech­nung rich­ti­ger und fal­scher Ein­ga­ben extrem ver­kom­pli­zie­ren würde. Glei­ches gilt für das “ß”, wel­ches durch ein ein­fa­ches “s” ersetzt wer­den kann. Damit sollte der Typewri­ter auch mit Tas­ta­tu­ren ver­wend­bar sein, die genannte Son­der­zei­chen nicht über­ge­ben können.

Bewer­tungs­schlüs­sel
Die Punk­te­an­zahl wird fol­gen­der­ma­ßen berech­net:
(Kor­rekt ange­schla­gene Tas­ten - (Feh­ler * 10)) /​ Test­dauer in Minu­ten
Ich möchte nicht mit allen Ein­zel­hei­ten der Berech­nung lang­wei­len (wenn ich das nicht eh schon im letz­ten Absatz getan habe), aber hier doch ein paar “Tipps” zum Schrei­ben geben:

Feh­ler wer­den am Schluss also mit 10 mul­ti­pli­ziert. Es muss jeder für sich ent­schei­den, ob es bes­ser wäre, ein­zelne falsch getippte Buch­sta­ben zu kor­ri­gie­ren, oder sich die Zeit zu spa­ren und ein­fach wei­ter­zu­schrei­ben. Auf­pas­sen sollte man beim Anfangs­buch­sta­ben: Ange­nom­men der erste Buch­stabe wäre ein “A”. Groß­buch­sta­ben zäh­len mit zwei Anschlä­gen, weil man zusätz­lich die Umschalt­taste drü­cken muss (ja, mein Pro­gramm berück­sich­tigt das). Damit zählte die Ein­gabe eines “a” mit einem Feh­ler. Ebenso ein “B”. Ein “c” zählte jedoch mit zwei Feh­lern. (Sie sehen also, ich habe nicht über­trie­ben wenn ich meinte, die Feh­ler­be­rech­nung sei komplex).

Um es mit den Berech­nun­gen nicht zu über­trei­ben habe ich irgend­wann beim Ver­zwei­feln beim Ent­wi­ckeln beschlos­sen, Buch­sta­ben, die die Länge des vor­ge­ge­be­nen Wor­tes über­schrei­ten, als Feh­ler zu wer­ten. Das mag ober­fläch­lich betrach­tet nicht so gut sein, ich habe aber trif­tige Gründe dafür (unter ande­rem der Sicher­heit wegen). Wich­tig dabei ist also: Bei der Vor­gabe von z.B. “Haus” und der Ein­gabe von “Hxy­zaus” ist es bes­ser, die Lösch­taste zu bemü­hen. Das Pro­gramm erkennt zwar, dass nach dem “z” wie­der rich­tige Buch­sta­ben fol­gen, bucht jedoch für die drei über­zäh­li­gen Buch­sta­ben am Ende drei (zusätz­li­che) Feh­ler­punkte aufs Konto. Das leuch­tet nicht ein? Über­le­gen Sie, wie das Pro­gramm sonst die Ein­gabe von “Maus” mit einem Feh­ler rich­tig bewer­ten sollte.

Wei­ter­füh­ren­des im Inter­net
Wem mein Pro­gramm nicht zusagt, bzw. wer nach Ande­rem strebt, dem emp­fehle ich hier fol­gende Web­sei­ten (wohl­ge­merkt: Web­sei­ten, also Online-​​Tests; keine Pro­gramme, die instal­liert wer­den müssen!):

Typewri­ter, online Schreib­trai­ner, Pro­gramm, das aller­dings (auf mei­nem Sys­tem) keine Ein­gabe von Umlau­ten ermög­licht, obwohl diese vor­ge­ge­ben wer­den.
Speed­test, soli­des Pro­gramm, gibt ein­zelne Wör­ter vor, viele Spra­chen auswählbar.

Chan­ge­log
Falls ich Zeit finde, das Pro­gramm wei­ter zu ent­wi­ckeln, fin­den sich hier Hin­weise auf die Änderungen.

- Ver­sion 1.1.2, 09.11.2010. Ver­hal­ten bei Son­der­zei­chen ange­passt: ß,ä,ö,ü alter­na­tiv: s,a,o,u
- Ver­sion 1.1.1, 13.12.2009. Sor­tier­funk­tion ver­bes­sert.
- Ver­sion 1.1.0, 05.12.2009. Sor­tier­funk­tion in der Tabelle ein­ge­baut.
- Ver­sion 1.0.2, 01.12.2009. Feh­ler in der Daten­bank­ab­frage beho­ben, der nur die ers­ten 30 Ergeb­nisse aus­gab.
- Ver­sion 1.0.1, 07.11.2009. Ajax Request geän­dert, um einem Dop­pel­klick ent­ge­gen­zu­wir­ken.
- Ver­sion 1.0.0, 05.11.2009. Release.

Key­words
Typewri­ter, online Schreib­trai­ner, Mas­chi­ne­schrei­ben, Speed­test, Schnell­schreib­test, 10 Fin­ger­sys­tem, Typ­ing­test, 10 Fin­ger, Adler­sys­tem, Geschwin­dig­keit, Geschwindigkeitstest

2 Antworten auf Typewriter

  1. Tol­les Pro­gramm, aber für Schwei­zer unbrauch­bar, da wir kein ß ken­nen und es gar nicht auf der Tas­ta­tur haben. Könnte man nicht das Pro­gramm so modi­fi­zie­ren, dass auch ss als rich­tig inter­pre­tiert wird?

  2. Lie­ber Peter, ein herz­li­ches Dan­ke­schön für Deine kon­struk­tive Kri­tik, die ich auch schon umge­setzt habe. Aller­dings habe ich mich aus meh­re­ren Grün­den (siehe Arti­kel oben) dazu ent­schie­den, ein “ß” alter­na­tiv nicht als ein “ss”, son­dern nur als ein “s” zu akzep­tie­ren. Es erfor­dert zwar bei der Ein­gabe etwas mehr Kon­zen­tra­tion, aber ich denke, mit etwas Tole­ranz kann man damit leben.
    Liebe Grüße, Helmut.

    By the way… ich sehe gerade, dass der Typewri­ter sei­nen zwei­ten Geburts­tag fei­ert!!! :o)

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